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Arbeitsorganisation: Stressfaktor alte Post
Die 5 besten Methoden gegen unerledigte Korrespondenz
Ein Teufelskreis: Je älter die Briefe sind, desto schwerer fällt es einem, sich zur Beantwortung aufzuraffen. Gleichzeitig macht der hohe Stapel „dringend erledigen!“ mutlos, die aktuell eingehenden Schreiben gleich zu erledigen. Und so wird der demotivierende Papierberg immer höher. Mit dem folgenden System zur Arbeitsorganisation schlagen Sie Ihrem inneren Schweinehund aber ein Schnippchen.
1. Neu anfangen
Lassen Sie sich durch Ihre eigenen Altlasten nicht entmutigen. Beginnen Sie heute, eingehende Post (wenn irgend möglich) sofort zu beantworten. Untersuchungen zeigen immer wieder: Die besten Ideen für eine Antwort haben Menschen beim unmittelbaren 1. Lesen eines Schreibens. Stellen Sie um auf die unumstößliche Priorität: Was neu ist, hat Vorrang. Platzieren Sie den Stapel mit der alten Post daher außerhalb Ihres Blickfelds, am besten hinter sich.
2. Platz-Geiz
Betrachten Sie Ihren Schreibtisch als Ihren intimen, persönlichen Bereich. Stellen Sie um auf Exklusivität: Auf Ihre Arbeitsplatte darf nur, was Ihr höchstes Ansehen genießt. Lesen Sie eingehende Post, auch Werbung, aber lassen Sie (zur
Beantwortung oder zur späteren Ablage) nur das wirklich Wesentliche auf Ihre höchstpersönliche Arbeitsfläche. Reißen Sie aus Prospekten und Zeitschriften nur die Seiten heraus, die von bleibender Wichtigkeit sein könnten. Alles andere wandert in den Papierkorb. Werfen Sie Umschläge grundsätzlich weg, wenn der Absender auf dem Schreiben vermerkt ist. So lassen sich anfangs entmutigend dicke Eingangsstapel in der Regel um bis zu 90% vermindern.
3. Mut zur Unvollkommenheit
Der Hauptgrund für Post-Aufschieberitis: Sie wollen so ausführlich, fundiert und perfekt antworten, dass Ihnen dazu momentan die Zeit fehlt und Sie das Ganze vertagen. Aber dann kommt etwas dazwischen, und aus der guten Absicht wird nichts – nun ist Ihre Antwort weder schnell noch perfekt! Stellen Sie um auf Tempo: Beeindrucken Sie Ihre Briefpartner durch die Schnelligkeit Ihrer Antwort, nicht durch deren Länge, Schönheit und vollendete Form.
4. Erbarmungslos entsorgen
Nehmen Sie sich jetzt Ihren angestaubten Poststapel vor. Werfen Sie alle Briefe weg, die älter sind als 1/2 Jahr. Wer so lange von Ihnen keine Antwort bekommen und sich nicht beschwert hat, der hat Sie vergessen. Wenn Sie trotzdem noch reagieren, kratzen Sie nur
alte Wunden auf. Stellen Sie um auf Gegenwart.
Packen Sie auch alle Vorgänge fort, bei denen Termine bereits deutlich überschritten wurden. Schreiben Sie keine Entschuldigungsbriefe, mit denen Sie beim Adressaten womöglich neue Hoffnungen wecken. Sehen Sie der Sache ehrlich ins Auge: Jeder aufgeschobene Brief steht für eine Tätigkeit, die Sie in Ihrem Innersten eigentlich ablehnen.
So gesehen, können Sie Ihren unerledigten Schreiben sogar dankbar sein. Stellen Sie bei Ihrer Arbeitsorganisation um auf Realismus: So negativ Unerledigtes ist, es hat auch eine reinigende Wirkung.
5. Kein Tag ohne
Selbst nach schonungslosem Aussortieren wird ein Stapel mit Briefen übrig bleiben, die Sie noch bearbeiten müssen. Stellen Sie um auf Einfachheit: Machen Sie keine großen Pläne, in einem Gewaltakt wie Herkulesalles vom Tisch zu bekommen. Erledigen Sie pro Tag einen einzigen Vorgang von dem Stapel mit Unerledigtem, nicht mehr.
Wenn Sie den einen geschafft haben, klopfen Sie sich auf die Schulter, belohnen Sie sich mit einer kleinen Aufmerksamkeit. Freuen Sie sich, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.
simplify-Sofort-Tipp für Ihre Arbeitsorganisation
So besiegen Sie Ihren inneren Schweinehund
Probieren Sie es aus: Beantworten Sie einen aktuellen Vorgang so schnell Sie können: von Hand auf das Original und dann zurückfaxen, eine kurze E-Mail, ein Sofort-Anruf. Setzen Sie sich ein Zeitlimit von maximal 4 Minuten, und sehen Sie auf die Uhr.
Stellen Sie um auf Schumi-Stil:
Nicht die Eleganz Ihrer Schreibkünste zählt, sondern allein die Tatsache, als Erster durchs Ziel zu gehen.
Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.
Alltag vereinfachen: Arbeitsorganisation – Vereinfachen Sie Ihre Post • Brieföffnen im simplify-Stil
Arbeitsorganisation: Vereinfachen Sie Ihre Post – Teil 1
Die „Gelbe Post“ mit Briefpapier und Umschlag geht im Zeitalter von E-Mail und Fax immer mehr zurück. Aber ganz vermeiden lässt sie sich nicht, und das ist eigentlich gut so.
Denn im Vergleich zu einer flüchtigen E-Mail bekommt ein schöner Brief einen ganz neuen Wert. Damit sich der zeitliche Aufwand in Grenzen hält, hilft ein wenig Arbeitsorganisation.
Briefmarken en gros
Kaufen Sie Briefmarken nicht einzeln oder in Kleinstmengen. Sparen Sie sich die Zeit, immer wieder beim Postamt anzustehen oder den Automaten aufzusuchen. Besorgen Sie einen Vorrat für mehrere Monate. Auch wenn Sie dabei zunächst tiefer in die Tasche greifen müssen: Sie sparen Zeit und vermeiden unnötige Wege.
Als Selbstständiger profitieren Sie zusätzlich dieser Arbeitsorganisation, da nicht so viele Quittungszettel verbucht werden müssen. Sie dürfen die Briefmarken bei der Anschaffung in voller Höhe steuerlich als Betriebsausgabe geltend machen.
Arbeitsorganisation: Vereinfachen Sie Ihre Post – Teil 2
Brieföffnen im simplify-Stil
Wenn Sie viel Briefpost zu öffnen haben, sparen Sie mit dem folgenden System Zeit:
- Legen Sie alle Umschläge so vor sich, dass die zu öffnende Seite oben liegt und nachrechts (Linkshänder: nach links) zeigt. Jedes Format (DIN lang, DIN A5, DIN A4) bekommt einen eigenen Stapel.
- Fügen Sie die Stapel zu einem einzigen zusammen. Die großen Formate unten, die kleinen oben.
- Öffnen Sie alle Umschläge nacheinander und ohne Unterbrechung mit einem scharfen Briefmesser. Öffnen Sie sie nur, nehmen Sie noch nichts heraus!
- Der Brieföffner hat seine Pflicht getan. Im nächsten Arbeitsgang leeren Sie die Umschläge. Achtung: Inhalte noch nicht entfalten sondern zunächst kreuzweise aufeinander legen. Kurz nachsehen, ob im Umschlag etwas haften geblieben ist; leere Umschläge ebenfalls auf einen Haufen.
- Jetzt liegt Ihre gesamte Post lesebereit vor Ihnen. Nun folgen das Sichten und Vorsortieren der Post. Sortierkriterien können zum Beispiel sein: wegwerfen, delegieren, Termin, Ablage, Archiv, Wiedervorlage, heute noch reagieren per Brief, Fax, Telefon oder E-Mail.
- Ergänzen Sie den Stapel leerer Umschläge mit der Post, die Sie zum Wegwerfen bestimmt haben. Mit einem einzigen Handgriff schaffen Sie nun den Papiermüll Ihres gesamten Posteingangs vom Tisch.
Hans-Ulrich Meißner
Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.
Der Spaßfaktor: Wie Sie nicht nur gut, sondern auch gern arbeiten
„Arbeit, die Freude macht, ist schon zur Hälfte fertig“ heißt es in einem französischen Sprichwort. Die Marketing-Dozentin Jacqueline Rieger hat daraus ein Unternehmenskonzept gemacht. Ihre These: Organisieren Sie sich und Ihr Unternehmen so, dass es allen Beteiligten Spaß macht – und alle werden noch erfolgreicher sein. Das sind die Voraussetzungen dafür:
Selbstbestimmte Arbeit
Auch ein Selbstständiger kann sich als von seinen Kunden fremdbestimmt empfinden. Je freier Sie in der Wahl Ihrer Arbeitszeit, Ihres Arbeitsortes und Ihrer Arbeitsinhalte sind, umso höher sind Spaßfaktor und Effektivität.
Sinnvolle Arbeit
Wer den Spaß in der Arbeit findet, braucht sich nicht vor der Arbeit zu drücken, um Spaß zu haben. Wer Spaß haben will, braucht Überblick: Sehen Sie nicht nur Ihren engen Arbeitsbereich (z. B. Bauanträge bearbeiten), sondern den größeren Sinn dahinter (dass Menschen in menschenfreundlichen Städten wohnen können).
Mut zum Loslassen
Trennen Sie sich von verhassten, spaßtötenden Tätigkeiten. Raus mit Gegenständen, über die Sie sich schon lange ärgern! Weg von Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit keine Freude macht. Mangelnder Spaß bei der Arbeit, so Rieger, ist ein ernst zu nehmendes Argument, den Job oder die Funktion innerhalb des Betriebs zu wechseln. Zu viele Menschen halten die Freudlosigkeit ihres Arbeitslebens für ein unabänderliches Schicksal.
Mut zum Träumen
Spaß am Leben hat, wer seiner eigenen Vision folgt. Beim Spaßfaktor geht es nicht um ein paar witzige Bemerkungen oder ein lustiges Bild neben Ihrem Arbeitsplatz. Es geht um Ihre innersten Wünsche.
Übung 1: Ihr Traumtag Stellen Sie sich vor, wie Ihr optimaler Tag aussieht. Lassen Sie ihn in allen Einzelheiten vor Ihrem geistigen Auge erstehen, und gehen Sie ihn durch. Nutzen Sie dabei alle Sinne: wie es riecht, ob es warm oder kalt ist, was Sie hören, welche Sachen Sie tragen, wen und was Sie berühren.
Halten Sie schriftlich fest, was Sie in Ihrer Vision gesehen und erlebt haben. Schalten Sie Ihren „inneren Kritiker“ ab, der Ihnen zuflüstert, mit dem Träumen von etwas völlig Utopischem aufzuhören. Viele Menschen haben Angst vor ihren Wunschträumen, weil sie sie für unerreichbar halten.
Doch selbst die abenteuerlichsten Phantasien (Dauersonnenbaden an einer blauen Lagune, endlose Feiern mit Freunden usw.) enthalten wichtige Anteile Ihrer Persönlichkeit, die Sie nicht unterdrücken sollten. Bleiben Sie mutig dran und halten Sie Ausschau nach ihrer Verwirklichung.
Übung 2: Ihre Warum-Liste Notieren Sie auf einer 2. Liste alle Gründe für Ihre derzeitige Arbeit: Warum machen Sie eigentlich das, was Sie machen? Schreiben Sie 2 Minuten lang, ohne Pause, was Ihnen einfällt.
Danach zählen Sie, ebenfalls 2 Minuten lang, die Argumente gegen die Verwirklichung Ihres Traums auf: Warum mache ich eigentlich nicht, was ich will oder was mir Spaß macht? Auf dieser Liste finden sich viele alte Muster und Traditionen aus Ihrer Erziehung. Oft, so Rieger, fällt es den Menschen schon beim Durchlesen ihrer Liste wie Schuppen von den Augen: Warum habe ich diese spaßfeindlichen Muster nicht schon längst über Bord geworfen?
Tanken Sie Spaß
Das geht! Wählen Sie für Ihren Urlaub oder auch für Dienstreisen Orte, die Ihnen gute Stimmung und freundliche Leute garantieren. Ein Wellness-Hotel im traditionell freundlichen Österreich etwa oder eine Reise durch Kalifornien können Wunder wirken.
Besorgen Sie sich einen Spaßanker
Wenn es Ihnen während so einer Reise einmal wirklich gut geht, dann nehmen Sie sich irgendein Erinnerungsstück davon mit: die Visitenkarte vom Nobelhotel, ein Gläschen Sand vom Traumstrand oder einfach ein selbst geschossenes Foto. Stellen Sie das an Ihrem Arbeitsplatz auf und erinnern Sie sich beim Ansehen an Ihre glücklichen Momente zurück.
Schaffen Sie Ihre Spaßumgebung
Wenn Ihr Spaßanker bei Ihnen funktioniert, dekorieren Sie Ihr ganzes Zimmer entsprechend. Nicht nur ein bisschen, sondern so, wie ein Bühnenbildner oder Messebauer an die Aufgabe herangehen würde. Wenn Sie Segelfan sind, lassen Sie ein Segel von der Decke hängen, bauen Sie ein Podest mit Steuerrad als Brücke. Jacqueline Rieger rät: Trauen Sie sich!
Hören Sie „FM“
Legen Sie sich eine Liste der „freundlichen Menschen“ (FM) an, die Sie kennen. Wenn Sie einmal durchhängen, rufen Sie einen dieser Menschen an oder verabreden Sie sich. Solche Freundlichkeit beruht häufig auf Gegenseitigkeit: Der andere freut sich auch, von Ihnen zu hören, und so ist der FM-Kontakt ein Spaßgewinn für beide.
Zum Weiterfreuen: Jacqueline Rieger, Der Spaßfaktor. Warum Arbeit und Spaß zusammengehören.
Autor: Werner Tiki Küstenmacher
Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.
simplify Allgemeinwissen: Wie sehr zählt der „erste Eindruck“?
Psychologische Forschungen zeigen, dass der erste Eindruck nur eine Frage von wenigen Sekunden ist: Innerhalb so kurzer Zeit entscheiden wir, ob wir einen Fremden als positiv oder negativ wahrnehmen – und in welche der „Schubladen“ in unserem Gehirn wir ihn stecken. Lernen Sie hier die 3 grundlegenden Mechanismen kennen, nach denen die Einordnung in „Schubladen“ funktioniert.
1. Der Primäreffekt
Primäreffekt (engl. „Primacy Effect“) nennen Psychologen das Phänomen, dass die erste Information einen stärkeren Eindruck hinterlässt als alle folgenden. Sie wirkt quasi als Anker im Gehirn. Ein Beispiel: Jemand beschreibt Ihnen eine Person X. Dabei nutzt er folgende Aufzählung: X sei „intelligent, strebsam, ehrgeizig, sparsam, introvertiert, neidisch“.
Nun setzt zwangsläufig der Primäreffekt ein: Das erste Merkmal „intelligent“ prägt für Sie alle folgenden, d. h., auch „ehrgeizig“ und „sparsam“ sehen Sie nun in einem positiven Licht. Wird Ihnen hingegen die gleiche Person mit der Aufzählung „neidisch, introvertiert, sparsam, ehrgeizig, strebsam, intelligent“ vorgestellt, dominiert das negative „neidisch“ die Wahrnehmung. Als Zuhörer würden Sie dann „introvertiert“ im Sinne von „Eigenbrötler“ negativ interpretieren, aus „sparsam“ würde „geizig“ usw.
2. Die Wirkung des Äußeren
Der Primäreffekt erklärt auch, warum Äußerlichkeiten für den ersten Eindruck so wichtig sind. Ob Sie es wollen oder nicht: Andere machen sich auf Anhieb ein Bild von Ihnen, und zwar aufgrund äußerer Merkmale wie Gesicht, Mimik, Körperhaltung, Frisur, Kleidung oder Sprache. Sie schließen daraus auf Ihr Wesen. Wer z. B. eine korrekt gekleidete, dezent geschminkte Frau sieht, schlussfolgert sofort, dass diese Dame seriös und vertrauenswürdig (oder langweilig und pedantisch) ist. Das erste wahrgenommene Merkmal (= das Äußere) prägt alle weiteren!
3. Der Halo-Effekt
Der Halo-Effekt (von griech. hálos = Lichthof) besagt, dass ein einziges Merkmal alle anderen überstrahlt. Ein typisches Beispiel für einen Halo-Effekt wäre, wenn ein Lehrer annimmt, dass ein gut aussehender und freundlicher Schüler auch gute Leistungen erbringt – und in der Folge schlechtere Leistungen des Schülers als „einmalige Ausrutscher“ bewertet. Der Effekt wirkt beidseitig: Überstrahlt ein positiver erster Eindruck alles andere, heißt das Heiligenschein-Effekt. Überstrahlt ein negativer erster Eindruck die gesamte Einschätzung des Menschen, spricht man vom Teufelshörner-Effekt.
Eine Folge der Evolution
Bei den oben beschriebenen Effekten geht es nicht um gut oder schlecht. Sie sind Tatsachen, denen Sie sich stellen sollten, denn sie entstammen der menschlichen Evolution. Für unsere Urahnen war es nämlich überlebenswichtig, nach dem ersten Eindruck sofort zu entscheiden: gut oder schlecht, Freund oder Feind, Jäger oder Opfer.
Autorin: Bettina Röttgers
Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.
Herrlich statt hektisch: Wie Sie mitten im Meer der Hektik Lebensqualität zurückgewinnen
Leiden Sie permanent unter Zeitdruck und sind gehetzt („hurry sickness“ nennen das die Amerikaner)? Können Sie kaum mehr abschalten oder etwas in Ruhe genießen? Sind Sie unzufrieden, weil im Rückblick alle Tage irgendwie gleich aussehen? Genau so geht es vielen Menschen. Unser Rat: Resignieren Sie nicht, sondern versuchen Sie sich an der Quadratur des Kreises, die da heißt: Lebensqualität trotz hoher Belastung. Das kann gelingen!
Nehmen Sie den Begriff „abschalten“ wörtlich
Überprüfen Sie Ihre Gewohnheiten: Wie oft am Tag hören oder sehen Sie Nachrichten? Wie häufig rufen Sie Ihre E-Mails ab oder unterbrechen Ihre Arbeit, um die automatisch eintreffenden Mails sofort zu lesen?
simplify-Tipp: Machen Sie Schluss mit der Nonstop-Information. Vergrößern Sie die Abstände schrittweise. Hören Sie die Abendnachrichten statt 5-mal zunächst nur 3-mal, später dann nur 1- oder 2-mal. Bündeln Sie Ihre Durchsicht der E-Mails: statt „sofort“ erst nur alle 30 Minuten, später 1-mal pro Stunde. Schalten Sie Ihr Mailprogramm für konzentriertes Arbeiten auch einmal komplett ab.
Lassen Sie lesen
Viele Menschen lassen sich lieber von einem dicken Stapel an Tageszeitungen und Zeitschriften permanent ein schlechtes Gewissen machen, als auch nur eine Ausgabe davon ungelesen in den Papierkorb zu werfen.
simplify-Tipp: Lesen Sie nur jede 2. Ausgabe all jener dicken Druckwerke, die für Sie keine Pflichtlektüre sind. Wenn Sie die „Papiervergeudung“ reut: Teilen Sie sich ein Abo mit den Nachbarn, und wechseln Sie sich ab. Zwischen meinem Mann und mir (Ruth Drost-Hüttl) hat sich folgende praktische Aufgabenteilung etabliert: Jeder liest etwa die Hälfte unserer vielen (gemeinsamen) Zeitschriften und markiert dabei diejenigen Themen, die für den anderen interessant sein könnten.
Verlangsamen Sie Ihre Kommunikation
Das ist keine Zeitverschwendung, sondern trägt dazu bei, dass der Austausch intensiver wird und Ihre Anliegen mehr Beachtung finden. Sigrid Hauer, von Beruf Coach und Geschichtenerzählerin, rät zu systematischen Gesprächspausen: Ergreifen Sie nicht sofort das Wort, wenn Ihr Gegenüber zu sprechen aufgehört hat, sondern geben Sie ihm (und sich selbst) 3–5 Sekunden Nachdenkzeit. Oft wird er dann nochmals ansetzen und noch etwas Wesentliches sagen. Achten Sie auch auf „Nachsätze“ – ausgesprochen etwa auf dem Weg in die Zigarettenpause oder beim Abschied an der Tür: Häufig kommt dabei erst das Eigentliche zur Sprache.
simplify-Tipp: Teilen Sie wichtige Anliegen nicht per Mail oder Computerschreiben mit, sondern mit einem handschriftlichen Brief. Der Medienpädagoge Mark Riklin ist davon überzeugt: Gerade die Langsamkeit solcher „Kommunikationsdinosaurier“ – Sie brauchen länger fürs Schreiben, die Post befördert weniger schnell als das Internet – führt dazu, dass der Inhalt beim Empfänger mehr Beachtung findet.
Nehmen Sie Ihre Tage einzeln wahr
Obwohl ihre Tage randvoll gefüllt sind, kommt es vielen Menschen im Rückblick so vor, als seien diese eine einzige graue Masse. Schon die vorangegangenen Tage und Wochen scheinen so weit weg zu sein, dass sie sich kaum daran erinnern können.
simplify-Tipp: Führen Sie ein Tagebuch, das sich ganz anders liest als die Einträge in Ihrem Termikalender. Notieren Sie dazu jeden Abend 3 Begebenheiten, die diesem Tag eine besondere Note gegeben haben, z. B.: „Meine muffelige Kollegin hat mich gegrüßt!“ – „Abends spontan mit Michael auf ein Bier gegangen.“ – „Regen: war bis auf die Knochen nass!“ Lesen Sie Ihre alten Einträge regelmäßig – und Ihr Leben wird sich bunter anfühlen.
Machen Sie Schluss mit dem gnadenlosen Verdichten!
Viele überlastete Menschen verstehen unter Zeiteffizienz: jede freie Minute füllen. Gehören Sie auch zu denjenigen, die noch die Spülmaschine ausräumen, wenn sie „erst in 3 Minuten“ das Haus verlassen müssen? Oder die „kurz noch“ die Kollegin zurückrufen, wenn der Chef noch nicht in der Nähe des Besprechungszimmers zu sehen ist? Damit riskieren Sie nicht nur, doch zu spät zu kommen, sondern handeln oft auch kontraproduktiv. Etwa wenn Sie das saubere Geschirr in der Eile auf der schmutzigen Oberfläche abstellen oder die Kollegin hinterher verärgert ist, weil Sie sie uncharmant abgefertigt haben, als der Chef auftauchte.
simplify-Tipp: Nutzen Sie jede zufällig freie Minute – um sich eine kleine Pause zu gönnen. Setzen Sie sich hin, und tun Sie einfach nichts. Vielleicht macht Sie das zunächst unruhig. Wenn Sie sich wieder daran gewöhnt haben, wird es Ihnen guttun.
Gerade wer stark eingespannt ist, möchte die wenige freie Zeit optimal nutzen. Die Freizeit wird daher häufig genauso gnadenlos durchgeplant wie das Berufliche. Die Folge: Verabredungen, die Freude machen sollten, werden zu Terminen, die Sie hinterher „abhaken“, spontan geht gar nichts mehr.
simplify-Tipp: Lassen Sie 1 Wochenende pro Monat komplett unverplant auf sich zukommen, und entscheiden Sie spontan nach Lust und Laune, was Sie tun möchten. Meine Erfahrung damit: Meist füllt sich so ein Wochenende kurzfristig wie von selbst so, dass ich hinterher rundum zufrieden bin.
Urlaub: Lassen Sie den Weg zum Ziel werden
Das Gebot der Geschwindigkeit haben viele Menschen auch in Sachen Urlaub verinnerlicht: möglichst schnell möglichst weit weg. Im Internet angepriesene Billigflieger machen es möglich: ab 10 € nach London, ab 19 € nach Athen, ab 216 € nach Dubai …
simplify-Tipp: Sehen Sie die Anreise nicht als lästiges Übel, das es möglichst schnell hinter sich zu bringen gilt. Probieren Sie zumindest innerhalb Europas Alternativen zum (umweltfeindlichen) Flieger. Nehmen Sie eine Fähre von Italien nach Griechenland, Venedig – Patras etwa ist schon eine Minikreuzfahrt. Oder lassen Sie sich vom Eurostar in 6 Stunden von Köln ins Herz der britischen Hauptstadt bringen. Oder machen Sie den Weg zum eigentlichen Inhalt Ihrer Reise – ob Sie mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau aus 9.000 km gen Osten reisen oder sich in heimischen Gefilden mit Ihrer eigenen Muskelkraft fortbewegen. Solch ein sportlicher Natururlaub muss nicht unbequem sein. Viele Fernwanderwege oder Radrouten hierzulande (z. B. der 320 km lange Rheinsteig) haben inzwischen eine ausgezeichnete Infrastruktur: nettes kleines Hotel statt Camping, Gepäcktransfer statt Rucksackschleppen.
Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl
Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.
Die wirksame Balance zwischen Arbeit und Leben, durch positives Denken
Balance“, sagen Sie, „ja, das wäre schön!“ Leider steht ihr vieles entgegen: Immer kommt etwas dazwischen. Trotz des Positivdenkens läuft vieles negativ. Systematisch halten andere Sie davon ab. Zu viele innere Widersprüche zerreißen Sie selbst.
Es fällt Ihnen schwer, Schwerpunkte im Leben zu setzen und Ihre Energie sinnvoll einzuteilen. Was kann da „Balance“ sein? Vielleicht liegt das Problem darin, dass wir der Balance etwas abverlangen, was sie nicht wirklich leisten kann.
Wagen Sie den Versuch, neu über die Balance zu denken.
Was ist Balance?
Altes Denken: Balance ist ein Zustand des Ausgeglichenseins, zu erreichen durch eine Aufhebung von Gegensätzen. Ärgerlich ist die Polarität, die alle Dinge zu prägen scheint. Verschwinden soll die Spannung zwischen gegensätzlichen Erfahrungen, der Gegensatz von Fühlen und Denken, Gegensätze zwischen eigenen Interessen und den Interessen anderer, zwischen Meinungen und Gegenmeinungen. Aber diese Aufhebung gelingt allenfalls für Momente.
Neues Denken: Erkennen Sie die Gegensätze an und sehen Sie deren Verteilung in der Zeit. Balance ist ein Ausgleich durch die Zeit hindurch, über den Tag hinweg, ja sogar über ganze Lebensphasen. Balance ist nicht Stillstand in der Mitte, sondern das lebendige Wechselspiel der Gegensätze. Leben ist Polarität, Ausschläge der Waage zur einen und anderen Seite hin. Nennen Sie das die „Balance der Abfolge“.
Ihr Urbild ist der Tanz: Dort gewinnen Sie Balance nicht dadurch, dass Sie auf einem Bein stehen bleiben. Sondern: linkes Bein, rechtes Bein, so kommen Sie in den Bewegungsfluss, dem Außenstehende die Gegensätze nicht mehr anmerken. Dass jeder Schritt in sich selbst perfekt ausgewogen wäre, lässt sich nicht behaupten. Mal treten Sie zu fest auf, mal zu flüchtig. Jeder Schritt bedarf einer Binnen-Balance, und mit jedem neuen Schritt wird der vorherige ausbalanciert. Genau so geschieht das bei den Gegensätzen des Lebens.
Zärtlichkeit und Zorn
Altes Denken: Sie suchen Balance, indem Sie beispielsweise die Zärtlichkeit allein behalten, den Zorn hingegen loswerden wollen. Sie kennen das Resultat: Es geht nicht.
Neues Denken: Sehen Sie Balance als eine Abfolge, bei der auf Zeiten des Zorns immer wieder Zeiten der Zärtlichkeit folgen. Die Binnen-Balance sorgt dafür, dass sowohl Zorn als auch Zärtlichkeit ihr jeweiliges Maß finden – mit den üblichen Binnenschwankungen. Ein eventuelles Übergewicht des Zorns lässt sich durch ein Vielfaches an Zärtlichkeit aufwiegen.
Das ist ein langer Prozess der Einübung. Entscheidend für die Balance ist Ihr Gespür dafür. Die Anlagen dazu tragen Sie in sich, aber sie bedürfen der Ausbildung – durch Erfahrungen und deren stets neues Überdenken. Je reicher Ihre Erfahrungen, desto feiner das Gespür, wo, wann und wie Sie etwas auszugleichen haben.
Das symmetrische Leben
So kann eine Lebensbalance gelingen, die das jeweils Andere nicht ausschließt, sondern von Grund auf anerkennt. Eine Balance zwischen den Schwierigkeiten, die zu bewältigen sind, und der Leichtigkeit, die Sie immer wieder erreichen können. Zwischen dem Ernst des Lebens und den komischen Seiten, die dem Leben abzugewinnen sind.
Der Inbegriff dieser Balance ist Heiterkeit. Sie ist das „symmetrische Leben“, von dem Demokrit, der Begründer der philosophischen Heiterkeit (euthymía), im 5./4. Jahrhundert v. Chr. sprach.
Unterscheiden Sie heiter und fröhlich
Heiterkeit ist eine geistige Haltung, kein Gefühl. Sie kann allerdings Gefühle auslösen – doch nicht nur fröhliche, sondern auch traurige. Heiterkeit ist vorbereitet auf den möglichen Umschlag der Dinge in ihr Gegenteil. Mit ihr begeben Sie sich auf die Gratwanderung zwischen unaufhebbaren Widersprüchen.
Manchmal ähneln Sie dabei dem Betrunkenen, der beim Versuch, die Balance zu wahren, mal links, mal rechts in den Straßengraben fällt, sich auf diese Weise aber etwa in der Mitte der Straße hält. Eine nüchterne Form von Trunkenheit: Das ist die Kunst der Balance.
Der Autor dieses Artikels, Prof. Wilhelm Schmid, geb. 1953, ist freier Philosoph und lebt in Berlin. Er lehrt Philosophie an der Universität Erfurt und als Gastdozent an der Universität Tiflis (Georgien). Regelmäßige Tätigkeit als „philosophischer Seelsorger“ am Spital Affoltern am Albis bei Zürich. Seine Homepage: www.lebenskunstphilosophie.de. Eines seiner Bücher: Die Kunst der Balance.
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Die Spartipps der Millionäre … auch wenn Sie keiner werden wollen
20 Jahre lang haben Thomas Stanley und William Danko Millionäre interviewt – Menschen mit einem während ihres Arbeitslebens erwirtschafteten Nettovermögen von über 1 Million Dollar (also keine reichen Erben). Die folgenden Regeln fassen ihre Beobachtungen und die Spartipps, die sich daraus ergeben, zusammen.
Beschließen Sie, finanziell erfolgreich zu sein
Das ist etwas anderes, als sich Geld zu wünschen, darauf zu hoffen oder sich danach zu sehnen. Finanzielle Unabhängigkeit ist keine Glückssache, sondern Ergebnis eines Plans. Auf dem Weg dorthin geht es in der Regel ziemlich anstrengend und unbequem zu. Millionäre sind Menschen, die dazu bereit waren.
Verstehen Sie, wie Geld funktioniert
Finanzwesen, Wirtschaft oder Investmentstrategien gehörten bei den wenigsten Menschen zu ihrer Ausbildung. Viele haben nicht einmal gelernt, wie sie ihr Konto ausgeglichen halten können. Um zu Geld zu kommen, müssen Sie etwas darüber wissen. Lesen Sie, besuchen Sie Kurse, nehmen Sie an Internet-Foren teil, treffen Sie sich mit finanziell erfolgreichen Menschen aus Ihrem Bekanntenkreis. Wenn Sie diesen der vielen Spartipps befolgen, können Sie realistischer planen und sie können selbstbewusster mit Ihrem Geld umgehen.
Klären Sie Ihre Beziehung zum Geld
Manche Menschen brauchen Geld zum Angeben, zum Prassen, zum Einkaufen. Andere schätzen am Geld das Gefühl der Sicherheit, der Macht, der Möglichkeiten, der Erotik. Was auch immer Ihre Beziehung zum Mammon ist – machen Sie sich Ihre Einstellung ehrlich klar. Niemand wird durch Geld ein besserer Mensch, im Gegenteil: Rechnen Sie damit, dass Ihre unangenehmen Eigenschaften um so stärker ans Tageslicht drängen.
Setzen Sie sich Ziele
Ziele, die für Sie eine Herausforderung, aber nicht unrealistisch sind. Am wichtigsten: Fordern Sie sich heraus, indem Sie sich ein festes Datum setzen, an dem alle Ihre Schulden und Kredite getilgt sein werden. Akzeptieren Sie keine Kredite mit Tilgungsaussetzung, sondern bauen Sie Schulden stets kontinuierlich ab. Verpflichten Sie sich, am Monatsbeginn einen festen Betrag zurückzulegen. Spartipps wie dieser erfordern zwar viel Geduld und Durchhaltevermögen, der Erfolg fühlt sich dann aber umso besser an.
Erstellen Sie ein Budget
Ein Etatplan ist eine Kombination aus Träumen und Anstrengungen. Setzen Sie sich feste Beträge für schöne, auch unnütze Dinge. Schützen Sie sich vor Impulsanschaffungen und Kaufrauschphasen. Ein Etatplan ist Ihre Landkarte zum Ziel. Ohne Karte gehen Sie verloren!
Reduzieren Sie Ihre Ausgaben
Für viele erstaunlich: Zuerst der Plan, dann das Sparen. Wenn Sie dank Ihres Budgetplans Kontrolle über Ihr Geld bekommen, haben Sie mächtige neue Gründe, Ihre alltäglichen Ausgaben zu senken. Stanley und Danko stellten erstaunt fest: Fast alle Millionäre leben „unter ihren Verhältnissen“.
Investieren Sie
Geld ausgeben oder mit Geld spekulieren – beides Wege ins Unglück. Es kann auch ein Fehler sein, das eigene Einkommen zu steigern, denn damit zahlen Sie auch mehr Steuern. Geld, das auf Ihr Konto fließt, wird leicht ausgegeben. Millionäre kauften Aktien, Immobilien oder Firmenanteile. Folgen Sie solchen Spartipps, investieren Sie in Aktivposten, die im Wert steigen – und die nicht so leicht schnell mal zu veräußern sind.
Sparen Sie Steuern
Aber nicht, indem Sie für fragwürdige Anlagen (Medienfonds, Schiffsbeteiligungen) neue Schulden machen. Helfen Sie mit Ihrem Geld, spenden Sie an humanitäre Organisationen, und reduzieren Sie dadurch Ihre Steuerlast. Lassen Sie sich helfen, zum Beispiel von Steuerberatern – deren Honorare sind ebenfalls von der Steuer absetzbar.
Vermeiden Sie den Geiz
„Die meisten Menschen werden nicht reich, weil sie all ihr Geld für sich behalten.“ Die Lehre aus diesem Sprichwort: Teilen Sie Ihren Besitz, investieren Sie in die Gemeinschaft, seien Sie gastfreundlich und großzügig. „Wir haben auch geizige Millionäre getroffen,“ stellten Stanley und Danko fest, „aber es waren wenige, und mit keinem von ihnen wollten wir tauschen.“
Weitere Gedanken finden Sie in dem englischen Buch: Thomas Stanley and William Danko, The Millionaire Next Door, Pocket Books.
Autor: Werner Tiki Küstenmacher
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simplify-Tipp: Arbeitsorganisation mit Koalition • Gemeinsam ist besser als einsam
Das Wort Koalition hat in unseren Medien einen negativen Beigeschmack: Jamaika, Ampel, große Koalition – nichts wirkt so richtig verführerisch. Aber warum?
Ohne Koalitionen geht es nicht, weder in der Politik noch in Ihrem Alltag. Suchen Sie sich als Koalitionspartner eine Freundin, einen Kumpel, den Nachbarn. Aktivieren Sie die Bekanntschaft mit einer Arbeitskollegin oder verabreden Sie sich mit Ihren eigenen Geschwistern. Sondierungsgespräche sind niemals tabu!
Sie haben’s besser als die Politiker: Bei Ihnen muss die K-Frage nicht entschieden werden, Ihr Koalitionsbündnis darf herrlich informell und vital sein und so Ihre Arbeitsorganisation erleichtern.
4 Hände packen besser zu
Putzen, Aufräumen, Ablage, Eintüten … Viele Arbeiten sind mühsam und langweilig – wenn Sie sie alleine tun müssen. Koalitions-Idee: Teilen Sie sich unangenehme Arbeiten. Was in der Einsamkeit nervt, bereitet zu zweit Freude und bietet eine prima Gelegenheit, sich auszutauschen. So fördern Sie die Arbeitsorganisation zusammen mit Ihrem sozialen Austausch.
simplify konkret: Wenn Ihre Nachbarin die Straße kehrt – bieten Sie Ihre Mithilfe an. Trinken Sie danach zusammen einen Kaffee. Schlagen Sie vor, sich vielleicht gegenseitig beim Entrümpeln der Keller zu helfen.
4 Augen sehen mehr
Nutzen Sie die Kraft der doppelten Aufmerksamkeit bei der Arbeitsorganisation. Arbeiten Sie zusammen, um Fehler zu minimieren und Chancen zu maximieren.
simplify konkret: Wenn Sie etwas geschrieben haben, das in irgendeiner Weise vervielfältigt werden soll – lassen Sie niemals Texte rausgehen, ohne dass ein anderer sie gegengelesen hätte. Sind Sie beim Einkaufen ein leicht verführbarer Schnäppchen-Junkie? Oder entscheiden Sie sich oft falsch? Sind Sie im Kaufhaus schnell genervt? Dann lassen Sie sich beim Shoppen begleiten. Zu zweit kaufen Sie klüger, modemutiger und mit mehr Freude ein. Die luxuriös wirkenden Kissenbezüge hätten Sie sich ohne die Ermutigung Ihrer Freundin sofort aus dem Kopf geschlagen.
Meinungsbildung im Team
Reden Sie über Geschmack. Darüber lässt sich bekanntlich nicht streiten – aber wirklich gutes Stilempfinden formt sich erst richtig im Dialog. Ein Gespräch unter Freunden ist inspirierend, eine Diskussion zwischen Mann und Frau kann ungeahnte Perspektiven eröffnen und der Arbeitsorganisation eine ganz neue Richtung geben.
simplify konkret: Seien Sie als (junger) Mann schlau genug, von in Stilfragen bewanderten Freundinnen zu lernen. Lassen Sie sich beim Einkauf nicht mitschleifen, sondern drehen Sie den Spieß um und lassen Sie sich beraten. Fragen Sie nach einer ehrlichen Meinung und nehmen Sie die kostenlose Schulung mit: „Passt mir die Hose?“, „Steht mir das Jackett?“ Profitieren Sie als Frau von der Sammelleidenschaft vieler Männer: Engagieren Sie Ihren Bruder als Reiseführer durch die besten Filme des letzten Jahrzehnts oder entdecken Sie mit Ihrem Freund Perlen der Jazzmusik.
Sie und Ihr Kompetenzteam
Ergänzen Sie sich gegenseitig. Sie müssen nicht alle Fachgebiete beherrschen, aber Sie sollten für jedes Ressort einen Experten kennen, der Ihnen hilft. Auch Sie haben Ministerien (zu deutsch: Aufgaben), die Sie nicht alle selbst leiten müssen. So wird die Arbeitsorganisation erst richtig effizient.
simplify konkret: Sie hören immer wieder, dass Sie Ihre alten Sachen bei eBay verkaufen sollten – haben aber keine Ahnung davon? Arbeiten Sie mit jemandem zusammen, der das kann. Vielleicht können Sie diesem Menschen durch die Fallstricke seiner Steuererklärung helfen? Lernen Sie voneinander, entwickeln Sie sich weiter. Trauen Sie sich, mit Freunden nicht nur zu feiern, sondern auch zu arbeiten und gemeinsam etwas zu bewegen. Viele erfolgreiche Selbstständige haben als lockere Koalition mit Freunden angefangen.
Autor: Werner Tiki Küstenmacher
Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.
So antworten Sie schlagfertig und diplomatisch: Mit diesen 5 simplify-Techniken
Schlagfertig zu sein, das wäre schön – könnte aber auch schön in die Hose gehen. Denn wenn Sie (vor allem im Berufsleben) einem angriffslustigen Gesprächspartner allzu gekonnt über den Mund fahren, sinnt der möglicherweise auf Rache.
Oder Sie gelten nicht als geistreicher Wortakrobat, sondern als arroganter Schnösel. Daher ist neben Geistesgegenwart auch diplomatisches Geschick gefragt. Die gute Nachricht: Beides lässt sich mithilfe der folgenden 5 Lektionen durchaus erlernen.
1. Die Dolmetscher-Technik
Oberste Grundregel: So gemein oder aggressiv die Anklage des anderen auch daherkommt – gehen Sie nie spontan-emotional zum Gegenangriff über. Ja, fühlen Sie sich am besten nicht einmal angegriffen, sondern bleiben Sie souverän. Nehmen Sie’s sportlich wie ein Florettfechter. Bevor Sie wohlüberlegt zurückstechen, parieren Sie zunächst mit einem eleganten Ausweichmanöver:
Geben Sie dem Angreifer Recht, aber deuten Sie seine Aussage zu Ihren Gunsten um. Dann müsste der andere (wenn er Ihr Manöver überhaupt durchschaut) seine Kritik wiederholen und erläutern – und hätte dadurch bereits viel von seiner Energie verloren.
Beispiel: Auf den Vorwurf „Sie sind ein Egoist und vollkommen stur!“ antworten Sie: „Wenn Sie damit meinen, dass ich die Interessen meines Unternehmens und meiner Kunden kompromisslos vertrete – ja, dann haben Sie Recht, dann bin ich stur!“
2. Die Zustimmungs-Technik
Eine weitere Grundregel: Behalten Sie Ihren Humor! Wer lächelt, bleibt oben. Nehmen Sie Angriffe nicht persönlich, auch und gerade, wenn sie persönlich gemeint sind. Seien Sie nicht verletzt oder beleidigt, sondern bleiben Sie selbstironisch. Solange Sie über sich lachen können, wird aus drohendem Krieg (bei dem immer beide Seiten verlieren) ein normaler Wettkampf (bei dem Sie mit ziemlicher Sicherheit als Sieger vom Platz gehen).
Eine Variante von Technik 2 ist die überraschende Zustimmung: Öffnen Sie das Tor, das Ihr Gegner einrennen wollte, genau an der Stelle, auf die er es abgesehen hatte. Der Effekt: Der andere hatte mit Ihrem Protest gerechnet, aber nun geht er leer aus.
Beispiel: Auf den Vorwurf „Sie sind ein blutiger Anfänger!“ antworten Sie: „Ja! Ich bin hier, um von Ihnen zu lernen.“ Vorsicht: Widerstehen Sie der Versuchung, ironisch gegenüber dem anderen zu werden, sondern seien Sie das nur gegenüber sich selbst: „Lebenslanges Lernen heißt die Devise, und das heißt ja, lebenslang Anfänger zu bleiben.“
3. Die Übertreibungs-Technik
Häufig übertreibt der Provokateur maßlos, um an Ihrer Kompetenz oder Intelligenz zu rütteln. Sein Kalkül: Sie sollen sich entrüstet verteidigen. Damit wäre immer er am Zug, denn Sie bleiben in der Verteidigerposition. Gegenmittel: Denken Sie wie beim Schach einen Zug weiter und zwingen Sie den Aggressor auf einem anderen Feld selbst in die Defensive.
Am besten geht das, indem Sie ein – ebenso übertriebenes – Schreckens-Szenario entwerfen und darlegen, wie Sie dagegen ankämpfen. Der Kniff dabei: Das mit der Übertreibung war nicht Ihre Idee, sondern das hat Ihr Gegenüber ins Spiel gebracht!
Beispiel: Auf den Vorwurf „Was, Sie sind immer noch nicht fertig? Ich sehe Sie immer nur Kaffee trinken, telefonieren und im Internet herumsurfen – und das alles auf Kosten unserer Abteilung!“ antworten Sie „Es wird unsere Abteilung bald nicht mehr geben, wenn wir uns bei diesem wichtigen Projekt auch nur den kleinsten Schnitzer erlauben. Deswegen sind Sorgfalt und Qualität hier wichtiger als Schnelligkeit.“
4. Die Frage-Technik
„Warum antwortet ein Jude immer mit einer Gegenfrage? Nu, warum soll er nicht mit einer Gegenfrage antworten?“ Dieses berühmte jüdische Bonmot illustriert die Kraft der Rückfrage: Sie schießen den Ball einfach zurück.
Damit gewinnen Sie erst einmal Zeit und sind aus der Schusslinie. Ansonsten aber gewinnen Sie nicht viel, denn wenn Ihre Gegenfrage gut beantwortet wird, geht der Punktsieg an Ihren Gegner. Außerdem gehen Sie mit Ihrer Gegenfrage auf den Vorwurf ein und wiederholen ihn sogar noch. Benutzen Sie diese Technik daher nur, wenn Ihnen zu Nr. 1, 2 und 3 nichts einfällt oder Sie keinen besonders gewitzten Herausforderer vor sich haben.
Beispiel: Auf den Vorwurf „Sie blicken überhaupt nicht durch!“ antworten Sie: „Wie würde das jemand machen, der Durchblick hat?“ Oder: „Wer blickt denn hier Ihrer Meinung nach am besten durch?“
5. Die Vollbremsungs-Technik
Zum Schluss ein Tipp für den Notfall. Legen Sie sich einen Spruch zurecht, mit dem Sie sich in einer hitzigen Debatte eine Denkpause verschaffen, hochgekochte Emotionen abkühlen und die Unterhaltung wieder auf die sachliche Ebene bringen.
Extra-Tipp: Während Sie verbal „Stopp!“ signalisieren, zeigen Sie mit Ihrer Körpersprache Zustimmung. Wenden Sie sich dem Angreifer zu, gehen Sie auf ihn zu und begeben Sie sich möglichst auf Augenhöhe mit ihm. Wenn er beispielsweise steht und Sie sitzen, stehen Sie auf. Ist die hierarchische Distanz zwischen Ihnen nicht zu groß, können Sie ihn auch kurz am Arm berühren. Das signalisiert: Wir bleiben in Verbindung, auch wenn wir uns gerade streiten.
Beispiel: Antworten Sie auf einen Vorwurf mit: „Das ist Ihre Version. Tatsache ist …“ Oder: „Das höre ich oft. Lassen Sie uns jetzt mal zu den Fakten zurückkehren, über die wir uns einig sind.“
Autor: Werner Tiki Küstenmacher
Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.
Schneller sichten, lesen und sortieren: Profi-Tipps für effektive E-Mail-Routinen
Schnell und gezielt E-Mails sichten und entscheiden, was damit geschehen soll: Die folgenden Tipps helfen Ihnen bei hohem Postaufkommen oder bei einem Rückstau nach längerer Abwesenheit.
Allgemeine Tipps für das tägliche effektive E-Mail-Sichten
- E-Mails, die Sie per CC oder BCC lediglich zur Kenntnisnahme bekommen, haben keine Priorität, da Sie darauf ja nicht reagieren müssen. Sichten Sie solche Post deshalb immer als Letztes – oder gleich nach der Mittagspause, wenn Sie noch nicht wieder voll im Tritt sind.
- Befreien Sie Ihr E-Mail-Programm vom Ballast großer Dateianhänge. Klicken Sie auf das Briefklammersymbol, um Ihre Post nach Anhängen zu sortieren. Sichern Sie wichtige An- hänge auf Ihrem Computer, indem Sie in Outlook mit der rechten Maustaste auf die Anlage(n) klicken und im Kontextmenü Speichern unter wählen. Anschließend löschen Sie die Anlagen (mit der rechten Maustaste draufklicken und Entfernen auswählen).
- Alternativ können Sie bei Outlook und Outlook Express einfach die komplette E-Mail inklusive Anlage(n) mit der Maus in einen Ordner Ihrer Wahl ziehen (beispielsweise die Kun- denablage) und sie anschließend aus dem E-Mail-Programm löschen.
- Leeren Sie den Papierkorb Ihres E-Mail-Programms nicht täglich, sondern nur alle 1 bis 2 Wochen. Falls Sie aus Versehen eine wichtige Nachricht dort „hineingelöscht“ haben, finden Sie sie im Notfall noch wieder. Oder legen Sie sich für E-Mails, bei deren Entfernung Sie zögern, einen zusätzlichen Müll-Ordner an, bei dem Sie monatlich den Vorvormonat löschen.
- Wenn Sie ein Dokument zum Bearbeiten mit einem Partner mehrfach hin- und herschicken, dann bewahren Sie nur die letzte Fassung auf.
Spezial-Tipps für die schnelle Postbearbeitung nach längerer Abwesenheit
- Nach einem Urlaub oder einer längeren Geschäftsreise sind viele Rundbriefe und Newsletter mit aktualitätsbezogenen Inhalten bereits veraltet. Löschen Sie diese Post umgehend.
- Wer Ihnen vor Ihrer Abwesenheit geschrieben und nach 2 Wochen noch nicht nachgehakt hat, hat wahrscheinlich nichts wirklich Wichtiges gewollt. Überfliegen Sie solche Post aber sicherheitshalber, bevor Sie sie entfernen.
- Beim Sichten der aufgelaufenen Post werden Sie auf Mitteilungen unterschiedlicher Priorität stoßen. Markieren Sie deshalb die dringlichsten und wichtigsten Nachrichten, auf die Sie noch heute reagieren wollen. Outlook Express: Klicken Sie mit der linken Maustaste neben der betreffenden E-Mail in die Spalte unter dem roten Fähnchen. Outlook: Verwenden Sie an derselben Stelle die rechte Taste, und wählen Sie im Kontextmenü Zur Verfolgung kennzeichnen. Um die markierten E-Mails übersichtlich zu sortieren, klicken Sie anschließend direkt auf das rote Fähnchen im oberen Spaltenbereich des Fensters.
Nutzen Sie die Sortierfunktion beim Lesen oder Ausmisten
Standardmäßig sind Ihre E-Mails nach Datum absteigend sortiert, sodass die neueste Post immer ganz oben in der Liste steht. Durch Klick auf eine der Spaltenbeschreibungen können Sie die Sortierfolge ändern. Machen Sie sich dies zunutze, indem Sie nach
- Absender,
- Empfänger,
- Betreff oder
- dem Vorhandensein von Anlagensortieren.
Auf diese Weise können Sie beispielsweise die gesamte Post eines bestimmten Absenders Zeit sparend lesen oder in einem Rutsch entfernen.
Autorin: Susanne Roth
Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.












