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Zeitmanagement: Verlangsamen Sie Ihr Leben

Autor: malerdeck am 31. Juli 2013
Verlangsamen Sie Ihr Leben

Verlangsamen Sie Ihr Leben

Schaffen Sie nicht mehr, was Sie sich vorgenommen haben? Wachsen Ihnen die Dinge über den Kopf? Hier sind 10 bewährte Methoden für Ihr Zeitmanagement, die Sie sofort anwenden können.

1. Beenden Sie das Multitasking

Bei einem Computer bedeutet Multitasking, dass er mehrere Arbeitsabläufe gleichzeitig erledigt. Viel beschäftigte Menschen versuchen das auch: telefonieren oder Motivations-CDs hören beim Autofahren, Fachzeitschriften lesen beim Fernsehen … Multitasking beim Menschen bedeutet immer, keine der gleichzeitigen Aufgaben wirklich gut zu machen. Vereinfachen Sie Ihren Alltag. Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe.

2. Lassen Sie den Fernseher ausgeschaltet

Nichts gegen TV-Sendungen. Aber wenn Ihnen die Arbeit über den Kopf wächst – entspannen Sie sich nicht mit einer so zeitfressenden und Sie in ihren Bann ziehenden Tätigkeit wie dem Fernsehen. Tun Sie irgendetwas anderes – und entdecken Sie, wie viel Zeit Sie dadurch gewinnen. Vermeiden Sie insbesondere Multitasking mit dem TV-Gerät, etwa beim Bügeln. Erledigen Sie solche Aufgaben lieber „meditativ“: erleben Sie sie mit allen 5 Sinnen, lassen Sie Ihre Gedanken dabei schweifen. Das entspannt und fördert Ihre Kreativität.

3. Lassen Sie das Telefon läuten

Telefon läuten lassen

Telefon läuten lassen

Warum immer aufspringen, wenn jemand anruft? Nichts zerhackt Arbeitsabläufe mehr als diese Nervensäge. Wenn Sie jetzt nicht im Zimmer wären, würde der Anrufer auch niemanden erreichen. Falls das Telefon für Sie beruflich wichtig ist, schalten Sie den Anrufbeantworter ein. Am besten in einem anderen Zimmer, sodass Sie es nicht einmal merken, wenn jemand anruft.

4. Lesen Sie nur 1-mal am Tag Ihre E-Mails

Behandeln Sie Ihre elektronische Post wie Ihren herkömmlichen Briefkasten. Leeren Sie ihn 1-mal pro Tag, und beantworten Sie alle Mails kurz, aber sofort. Gewöhnen Sie Ihre Geschäftspartner nicht daran, dass Sie auf eine Nachricht am Nachmittag sofort eine Antwort von Ihnen erwarten dürfen. Wenn bei Ihnen die E-Mails überhand nehmen: Richten Sie eine 2. Adresse ein, die Sie nur an die wichtigsten Menschen weitergeben.

5. Setzen Sie sich und tun Sie nichts

Sie haben richtig gelesen: Anstatt sich mit einer Arbeit zu befassen, die gar nichts bringt, faulenzen Sie lieber bewusst eine 1/2 Stunde lang. Lassen Sie Ihre Gedanken wandern. Gewinnen Sie Abstand. Sie werden staunen, wie sich nach der 1/2 Stunde die Welt für Sie beruhigt hat.

6. Hören Sie Musik

Nicht nebenbei während der Arbeit, sondern mit voller Konzentration. Am besten über Kopfhörer, mit geschlossenen Augen. Stellen Sie sich Ihre 10 Lieblings-CDs in Reichweite (oder spielen Sie sie auf Ihren mp3-Player), und entschleunigen Sie Ihren Alltag mit täglich 1 oder 2 „Musikduschen“, jede etwa 10 Minuten lang.

7. Führen Sie Tagebuch

Es muss nicht in rotes Leder gebunden sein und soll auch nicht veröffentlicht werden. Auf den Inhalt für Sie kommt es an. Nehmen Sie sich 5 Minuten Zeit und schreiben Sie ein Erlebnis oder eine Einsicht des heutigen Tages auf. Sie werden überrascht sein, was Sie dabei über sich erfahren.

8. Entdecken Sie einen Ihrer Kinderträume wieder

Was haben Sie geliebt, als Sie klein waren? Mit Lego spielen? Ein Schneehaus bauen? Über eine Wiese kullern? Dann tun Sie’s wieder. Alleine, ganz heimlich oder mit Ihren Kindern zusammen.

9. Führen Sie ein Gespräch

Nicht die vielen Telefonate, Kurzunterhaltungen oder Dienstbesprechungen. Sondern ein ungestörtes, privates, ruhiges Gespräch, bei dem Sie viel zuhören – mindestens 1/2 der Zeit. Sie wirken dann übrigens auch netter! Wann hatten Sie dafür zuletzt ausreichend Zeit?

10. Leben Sie

Leben Sie

Leben Sie

Ganz bewusst, und wenn es nur für einen Moment ist. Stellen Sie sich die Strecke der Tage vor, die Sie bereits gelebt haben, und die Strecke der Tage, die noch kommen, und Sie sind jetzt genau in der Mitte. Hier und jetzt. Atmen Sie, essen Sie, schauen Sie – was immer Sie tun, tun Sie es bewusst und aktiv. Mögen andere Ihnen das Leben schwer machen und Sie unter Druck halten. Jetzt in diesem Augenblick nicht.

Diesen Artikel verfasste Prof. Dr. Lothar J. Seiwert. 

Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.

Herrlich statt hektisch: Wie Sie mitten im Meer der Hektik Lebensqualität zurückgewinnen

Autor: malerdeck am 4. Juni 2012
Unter Stress?

Leiden Sie permanent unter Zeitdruck und sind gehetzt („hurry sickness“ nennen das die Amerikaner)? Können Sie kaum mehr abschalten oder etwas in Ruhe genießen? Sind Sie unzufrieden, weil im Rückblick alle Tage irgendwie gleich aussehen? Genau so geht es vielen Menschen. Unser Rat: Resignieren Sie nicht, sondern versuchen Sie sich an der Quadratur des Kreises, die da heißt: Lebensqualität trotz hoher Belastung. Das kann gelingen!

Nehmen Sie den Begriff „abschalten“ wörtlich

Überprüfen Sie Ihre Gewohnheiten: Wie oft am Tag hören oder sehen Sie Nachrichten? Wie häufig rufen Sie Ihre E-Mails ab oder unterbrechen Ihre Arbeit, um die automatisch eintreffenden Mails sofort zu lesen?

simplify-Tipp: Machen Sie Schluss mit der Nonstop-Information. Vergrößern Sie die Abstände schrittweise. Hören Sie die Abendnachrichten statt 5-mal zunächst nur 3-mal, später dann nur 1- oder 2-mal. Bündeln Sie Ihre Durchsicht der E-Mails: statt „sofort“ erst nur alle 30 Minuten, später 1-mal pro Stunde. Schalten Sie Ihr Mailprogramm für konzentriertes Arbeiten auch einmal komplett ab.

Lassen Sie lesen

Viele Menschen lassen sich lieber von einem dicken Stapel an Tageszeitungen und Zeitschriften permanent ein schlechtes Gewissen machen, als auch nur eine Ausgabe davon ungelesen in den Papierkorb zu werfen.

simplify-Tipp: Lesen Sie nur jede 2. Ausgabe all jener dicken Druckwerke, die für Sie keine Pflichtlektüre sind. Wenn Sie die „Papiervergeudung“ reut: Teilen Sie sich ein Abo mit den Nachbarn, und wechseln Sie sich ab. Zwischen meinem Mann und mir (Ruth Drost-Hüttl) hat sich folgende praktische Aufgabenteilung etabliert: Jeder liest etwa die Hälfte unserer vielen (gemeinsamen) Zeitschriften und markiert dabei diejenigen Themen, die für den anderen interessant sein könnten.

Verlangsamen Sie Ihre Kommunikation

Das ist keine Zeitverschwendung, sondern trägt dazu bei, dass der Austausch intensiver wird und Ihre Anliegen mehr Beachtung finden. Sigrid Hauer, von Beruf Coach und Geschichtenerzählerin, rät zu systematischen Gesprächspausen: Ergreifen Sie nicht sofort das Wort, wenn Ihr Gegenüber zu sprechen aufgehört hat, sondern geben Sie ihm (und sich selbst) 3–5 Sekunden Nachdenkzeit. Oft wird er dann nochmals ansetzen und noch etwas Wesentliches sagen. Achten Sie auch auf „Nachsätze“ – ausgesprochen etwa auf dem Weg in die Zigarettenpause oder beim Abschied an der Tür: Häufig kommt dabei erst das Eigentliche zur Sprache.

simplify-Tipp: Teilen Sie wichtige Anliegen nicht per Mail oder Computerschreiben mit, sondern mit einem handschriftlichen Brief. Der Medienpädagoge Mark Riklin ist davon überzeugt: Gerade die Langsamkeit solcher „Kommunikationsdinosaurier“ – Sie brauchen länger fürs Schreiben, die Post befördert weniger schnell als das Internet – führt dazu, dass der Inhalt beim Empfänger mehr Beachtung findet.

Nehmen Sie Ihre Tage einzeln wahr

Obwohl ihre Tage randvoll gefüllt sind, kommt es vielen Menschen im Rückblick so vor, als seien diese eine einzige graue Masse. Schon die vorangegangenen Tage und Wochen scheinen so weit weg zu sein, dass sie sich kaum daran erinnern können.

simplify-Tipp: Führen Sie ein Tagebuch, das sich ganz anders liest als die Einträge in Ihrem Termikalender. Notieren Sie dazu jeden Abend 3 Begebenheiten, die diesem Tag eine besondere Note gegeben haben, z. B.: „Meine muffelige Kollegin hat mich gegrüßt!“ – „Abends spontan mit Michael auf ein Bier gegangen.“ – „Regen: war bis auf die Knochen nass!“ Lesen Sie Ihre alten Einträge regelmäßig – und Ihr Leben wird sich bunter anfühlen.

Machen Sie Schluss mit dem gnadenlosen Verdichten!

Viele überlastete Menschen verstehen unter Zeiteffizienz: jede freie Minute füllen. Gehören Sie auch zu denjenigen, die noch die Spülmaschine ausräumen, wenn sie „erst in 3 Minuten“ das Haus verlassen müssen? Oder die „kurz noch“ die Kollegin zurückrufen, wenn der Chef noch nicht in der Nähe des Besprechungszimmers zu sehen ist? Damit riskieren Sie nicht nur, doch zu spät zu kommen, sondern handeln oft auch kontraproduktiv. Etwa wenn Sie das saubere Geschirr in der Eile auf der schmutzigen Oberfläche abstellen oder die Kollegin hinterher verärgert ist, weil Sie sie uncharmant abgefertigt haben, als der Chef auftauchte.

simplify-Tipp: Nutzen Sie jede zufällig freie Minute – um sich eine kleine Pause zu gönnen. Setzen Sie sich hin, und tun Sie einfach nichts. Vielleicht macht Sie das zunächst unruhig. Wenn Sie sich wieder daran gewöhnt haben, wird es Ihnen guttun.

Unter Stress?

Gerade wer stark eingespannt ist, möchte die wenige freie Zeit optimal nutzen. Die Freizeit wird daher häufig genauso gnadenlos durchgeplant wie das Berufliche. Die Folge: Verabredungen, die Freude machen sollten, werden zu Terminen, die Sie hinterher „abhaken“, spontan geht gar nichts mehr.

simplify-Tipp: Lassen Sie 1 Wochenende pro Monat komplett unverplant auf sich zukommen, und entscheiden Sie spontan nach Lust und Laune, was Sie tun möchten. Meine Erfahrung damit: Meist füllt sich so ein Wochenende kurzfristig wie von selbst so, dass ich hinterher rundum zufrieden bin.

Urlaub: Lassen Sie den Weg zum Ziel werden

Das Gebot der Geschwindigkeit haben viele Menschen auch in Sachen Urlaub verinnerlicht: möglichst schnell möglichst weit weg. Im Internet angepriesene Billigflieger machen es möglich: ab 10 € nach London, ab 19 € nach Athen, ab 216 € nach Dubai …

simplify-Tipp: Sehen Sie die Anreise nicht als lästiges Übel, das es möglichst schnell hinter sich zu bringen gilt. Probieren Sie zumindest innerhalb Europas Alternativen zum (umweltfeindlichen) Flieger. Nehmen Sie eine Fähre von Italien nach Griechenland, Venedig – Patras etwa ist schon eine Minikreuzfahrt. Oder lassen Sie sich vom Eurostar in 6 Stunden von Köln ins Herz der britischen Hauptstadt bringen. Oder machen Sie den Weg zum eigentlichen Inhalt Ihrer Reise – ob Sie mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau aus 9.000 km gen Osten reisen oder sich in heimischen Gefilden mit Ihrer eigenen Muskelkraft fortbewegen. Solch ein sportlicher Natururlaub muss nicht unbequem sein. Viele Fernwanderwege oder Radrouten hierzulande (z. B. der 320 km lange Rheinsteig) haben inzwischen eine ausgezeichnete Infrastruktur: nettes kleines Hotel statt Camping, Gepäcktransfer statt Rucksackschleppen.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl

Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.

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