Anfrage Montag, Beratungstermin Dienstag, Angebot per Mail Mittwoch. Absage am gleichen Tag, weil zu teuer

Erstellt am 4. Juli 2012 von

Untertitel: Wie läuft es denn so bei Handwerkers?

Wie läuft es in einem gut organisierten Handwerksbetrieb ab? Dazu dieses Beispiel:

  • Montag, 2. Juli.  Kundenanfrage per Telefon. Terminvereinbarung für Dienstag.
  • Dienstag, 3. Juli. Pünktlich um 11:45 Uhr beim Anfrager erschienen. Dieser hatte einige technische Fragen, was qualifizierten Beratungsaufwand erforderte. Aufwand, ca. eine Stunde. Arbeiten sollten nächste Woche gemacht werden, deshalb Angebot per Mail für Mittwoch zugesagt.
  • Mittwoch, 4. Juli. Zur endgültigen Angebotsbearbeitung musste ich noch einige Details und auch Preise beim Handel erfragen, um sicher zu sein, dass ich mit meinen Einschätzungen richtig liege. Ich lag richtig. Angebot gerechnet, kalkuliert und per Email um 14:51 Uhr verschickt. Aufwand, ca. 1,5 Stunden.

Im Angebot ging ich noch einmal ausführlich auf die technischen Details ein.

Beratung: Ausführliche Schilderung der technischen Details

Beratung: Ausführliche Schilderung und Problemlösung der technischen Details

Und das ist der preisliche Teil.

Das eigentliche Angebot

Absage per Email, Mittwoch, 16:38 Uhr.

Absage per Email

Viel Aufwand, aber kein Auftrag

Preiswertere Alternative für den Boden? Vielleicht mit Füllstoff auffüllen und etwas Lack darüber? Kostet dann nur 20 Euro, hält aber dafür auch ein paar Tage! 🙁

So ist es eben, das Los eines Handwerksmeisters. Natürlich wird nicht jedes Angebot ein Auftrag. Aber um ein qulifiziertes und „richtiges“ Angebot zu erstellen, ist eben immer auch Aufwand notwendig. Das wird in der Öffentlichkeit immer so „wertlos“ abgetan.


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Kommentare

  1. Lieber Werner Deck,

    erst mal chapó für die Offenheit, mit der Sie sich im Web bewegen.

    Und ich finde es gut, dass Sie ein Bewusstsein dafür schaffen, mit welch hohem Aufwand teilweise die Erstellung eines Angebotes verbunden ist.

    Gerne würde ich mich mit Ihnen über Möglichkeiten unterhalten, wie Sie bereits im Vorfeld wissen , ob der Interessent bei Ihnen kauft.

    Interesse? Einfach anrufen 07633/925582.

    Liebe Grüße
    Ihr Auftragsgewinnungscoach
    Franz-Josef Kaul

  2. Lieber Herr Deck, auch wieder eine schöne Sache aus dem Leben der Selbständigen! Die Handwerkskammer empfiehlt dazu, für Angebote schon im Vorfeld etwas zu berechnen (was nicht möglich ist, aber nette Idee). Immerhin: der Kunde hat sich bedankt und abgesagt 😉 meist verlaufen die Angebote ja im Sand.
    Schöne Grüße, Sabine Kuttner

    • malerdeck sagt:

      @Sabine Kuttner

      Den Kunden/Anfragern mache ich keinen Vorwurf. Die Problemlösung liegt letztlich ganz alleine bei den Handwerkern selbst. Das Problem wäre wirklich ganz einfach zu lösen. ALLE Handwerker verlangen ab sofort eine Angebotsgebühr von X-Prozent der Angebotssumme, die im Auftragsfall vergütet wird. Das wäre wirklich grotteneinfach. Ein weites Betätigungsfeld für Kammern, Kreishandwerkerschaften und Innungen!

      Aber bei der Unsolidarität im Handwerk, werde ich das in diesem, im nächsten und im übernächsten Leben bestimmt nicht mehr erleben. Wo es doch soooo einfach wäre!

      Natürlich versuche ich bereits am Telefon die Viel-Angebots-Billigpreis-Abfrager auszusortieren. Das gelingt mir oft, aber natürlich nicht immer.

      Ansonsten praktiziete ich das mit der Angebotsgebühr nicht selten. Siehe diese Blogbeiträge:

      http://www.malerdeck.de/blog/?s=bearbeitungsgeb%C3%BChr

      Mit farbenfrohen und 🙂 Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner,
      Werner Deck

  3. Das ist nicht nur das Los eines Handwerksmeisters, werter Herr Deck… – es betrifft nahezu alle Geschäftsfelder. Es ist Nachteil und Vorteil von Internet, wobei Sie ja letzteres virtuos beherrrschen…:-). Mit dem Internet hat ein Anbieter die Möglickeit (Vorteil), vielen die eigene Leistung nahe zu bringen aber den Nacheil, das der Interesssent verschiedene Anfragen heraussendet…
    Ich denke, dass es hier besonders wichtig ist, nicht (nur) die Leistung zu beschreiben, sondern auf Unterschiede hinzuweisen, die den Mehrwert (manchmal auch Mehrpeis) deutlich machen…
    Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass Sie sehr wohl einen potentiellen Kunden gewonnen haben könnten, dieser allerdings (zur Zeit) noch nicht das notwendige Geld aufwenden will/kann…

    Wie Sie ja schon an anderer Stelle schreiben, ist eine Auftragsquote von 77 % doch sehr zufriedenstellend.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihren interessanten
    Diskussionen dieser auftragsorientierten Begleiterscheinungen. Das trägt zur Wertschätzung seröser Handwerksunternehmen – nicht zuletz Ihres eigenen – bei.
    Farbenfrohe Grüße
    Wolfgang Gaux

    • malerdeck sagt:

      @Wolfgang Gaux

      Vielen Dank. Klar, dieses Problem ist nicht auf´s Handwerk beschränkt. Aber vielleicht dort am ausgepägtesten, so empfinde ich es jedenfalls.

      Mein Urgroßvater, pflegte zu sagen: „Wir können uns nichts billiges leisten, weil wir arm sind.“ Recht hatte er, meine ich. 😉

      Mit farbenfrohen und 🙂 Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner,
      Werner Deck

      • Mein Urgroßvater, pflegte zu sagen: “Wir können uns nichts billiges leisten, weil wir arm sind.” Recht hatte er, meine ich.

        Ja. Recht hat er…:-)
        Könnte es sein, dass Ihr Urgroßvater dann mein Großvater war? Der hat nämlich immer den gleichen Spruch zum Besten gegeben….
        Vielleicht kannten die Beiden ja auch den englischen Sozialphilosophen John Ruskin, der ja schon (verkürzt) gesagt hat: „Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.“
        Er hat in diesem Zusammenhang auch gesagt, dass es manchmal besser ist, etwas mehr auszugeben, als für wenig Geld etwas zu erhalten, das die zugedachte Funktion dann nicht erfüllt…
        Mit farbenfrohen Grüßen
        Wolfgang Gaux

  4. Lars sagt:

    Jeder Kunde kann kostenlose Beratungsleistungen in Anspruch nehmen. Es ist weder notwendig sich dafür zu bedanken, auf Angebote zu reagieren oder Aufträge zu erteilen, wenn der Kunde entscheidet das Angebot nicht anzunehmen. Die Zeit der Großväter ist zu Ende. Es gibt teure Angebote, die sich von billigen Angeboten keineswegs in der Qualität unterscheiden. Eventuell unterscheidet sich der Lebenstil des Unternehmers oder die Größe der Firmenimmobilie.