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Stressmanagement. Aufschieberitis verstehen und besiegen: Immer auf den letzten Drücker

Autor: malerdeck am 5. Februar 2014

Ein Dialog über chronische Aufschieberitis – so kriegen Sie Ihren Zeitplan wieder in den Griff

Aufschieberitis

Alles heute noch?

Eine von vielen Anfragen, die uns täglich erreichen: „Ich bin Deutschlehrerin und habe oft Berge von Aufsätzen zu korrigieren. Obwohl ich das Korrigieren nicht richtig hasse und manchmal sogar amüsant finde, schiebe ich es stets solange auf, bis ich wahnsinnig unter Druck stehe.

1.000 Einwände finde ich, um die Aufschieberei zu entschuldigen: Meist fühle ich mich zu müde und will das Korrigieren in einem erholten Zustand erledigen. Oder es gibt andere Dinge, die erst einmal Vorrang haben. Oder mir graust es einfach, weil ich nicht weiß, wie ich effektiv, gerecht und fehlerfrei korrigieren kann. Irgendwann wird es soweit kommen, dass ich mich überhaupt nicht mehr zum Korrigieren aufraffen kann und meinen Dienst quittieren muss.“

Aufschieberitis ist keine Katastrophe

Werner Küstenmachers Antwort: „Liebe Frau Stapler (der Name ist natürlich geändert), bitte beenden Sie als erstes Ihre negativen Prophezeiungen („… dass ich meinen Dienst quittieren muss“). Sie schieben die Dinge vor sich her, weil das gut für Sie ist. Und weil Sie gut sind. Sie sind gut unter Druck. Sie brauchen diesen Kick. Aufschieberitis ist ein Mittel, um Aufgaben prickelnd zu machen.

Aufschieberitis ist ein Hilferuf

Aufgaben aufzuschieben ist ein Zeichen für Überlastung. In allen Berufen ist die Belastung in den letzten Jahren im Schnitt um 30 % gestiegen. Das Ich-kann-nicht-mehr-Syndrom wird in unserem Land zunehmend zum Lebensfeind Nummer 1. Sie sind gut in Ihrem Beruf, aber Sie bräuchten mal eine Pause aus der Tretmühle. Nicht nur Ferien, sondern eine echte Auszeit. Das geht meistens aber nicht. So schafft sich Ihr Unterbewusstsein kleine Freiräume, die durch das Aufschieben entstehen.

Aufschieberitis kann Leben retten

Auch wenn es sich schmerzlich anfühlt – mit diesem Schlendrian hat Sie Ihr innerer Schweinehund vielleicht schon vor so manchem Herzinfarkt oder Hörsturz bewahrt. Wirklich gesund ist das allerdings nicht, es ist eine Notmaßnahme Ihrer Einheit von Seele und Körper. Überlassen Sie diese Aktivität aber nicht Ihrem Unterbewusstsein, sondern schaffen Sie sich Freiräume bewusst. Folgende Methoden bieten sich an.

Gegenmittel

Gegenmittel: Unperfektion

Gegenmittel: Unperfektion

Korrigieren Sie ein paar Schulaufgaben extrem schnell und schlampig. Geben Sie außergewöhnlich gnädig gute Noten, vereinfachen Sie sich Ihren Job eine Zeit lang in geradezu unverantwortlicher Weise. Priorität hat jetzt das Thema „Aufholjagd“. Die müssen Sie erst einmal gewinnen, sonst hecheln Sie noch nach Jahren Ihrem eigenen Plan hinterher.

Gegenmittel: Helfen lassen

Heuern Sie jemanden an, der eine Zeit lang Ihren Job macht. „Geht nicht“, werden Sie sagen und viele Argumente wissen (kein Geld, keine Freunde, keine Zeit …). Probieren Sie’s trotzdem! Es gibt immer einen Weg. Umfragen haben ergeben, dass sich an Aufschieberitis leidende Menschen meist scheuen, um Hilfe zu bitten.

Gegenmittel: Neuorganisation

Strukturieren Sie Ihre großen Packen Arbeit neu. Teilen Sie Ihren riesigen Haufen in 4 kleine, menschenfreundlichere auf. Schreiben Sie an jeden ein realistisches Datum, an dem Sie ihn erledigen: 13., 16., 17., 18. September. Seien Sie kreativ. Alles, womit Sie sich selbst überlisten könnten, ist erlaubt: Vielleicht sollten Sie einen anderen Arbeitsplatz in Ihrer Wohnung ausprobieren, eine neue Arbeitsmethode, oder auch nur ein neues Schreibgerät.

Gegenmittel: Aufräumen

Dieses Ich-müsste-eigentlich-Syndrom produziert fast immer Papierstapel und anderes sichtbares Chaos. Solange Ihre horizontalen Flächen überquellen von Unerledigtem, kommen Sie aus dem Hamsterrad nicht heraus. Deswegen: Ärmel aufkrempeln, alles Überflüssige großzügig entsorgen und den Rest sinnvoll unterbringen! Zum Schluss ein paar frische Blumen, Bilder, Musik … was immer Ihnen gut tut, ist jetzt gut!

Gegenmittel: Innovation

Schaffen Sie Neues. Erfinden Sie eine Art von Schulaufgabe, die weniger Arbeit macht. „Geht nicht“ gibt’s auch hier nicht! Bilden Sie Zweiergruppen, bei der einer die Arbeit des anderen liest, wie ein Redakteur. So bewerten sich die Schüler untereinander. Hören Sie sich um, suchen Sie im Internet. Sie sind nicht der erste Mensch, der dieses Problem hat. Es gibt bestimmt längst Methoden, Tricks und Kniffe anderer.

Gegenmittel: Körper

Viel Frust und Aufschieberitis kommt durch zu wenig Bewegung und Fitness. Sie würden gern mal spazieren gehen, wandern, Rad fahren, Schwimmen … aber klar, dafür ist keine Zeit, Sie müssten ja eigentlich Ihre Arbeit machen. Noch so ein Teufelskreis, der sich allerdings relativ leicht durchbrechen lässt. Wann immer Sie einen Hänger haben – gehen Sie an die frische Luft, sofort! Nach guter körperlicher Betätigung verdoppelt sich Ihre Leistungsfähigkeit. Vielleicht hat das ein bisschen geholfen.“

Autor: Werner Tiki Küstenmacher

Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.

simplify-Tipp Stressmanagement: 10 Wege um Aufschieberitis zu vermeiden

Autor: malerdeck am 28. Juni 2013
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Schwieriger Einstieg

1. Es beginnt im Kopf!

Der Einstieg ist am schwersten: Einsehen, dass es sich bei den chronischen Terminproblemen nicht um ein Naturgesetz handelt oder um die Schuld der Kunden – sondern um ein Verhaltensmuster, das Sie selbst ändern können.

2. Nicht schätzen, sondern messen

Lernen Sie, Ihre Zeit realistisch einzuschätzen. Messen Sie mit der Uhr, wie viele Stunden und Minuten Sie für typische Arbeiten brauchen. Und zwar ehrlich und über einen längeren Zeitraum, nicht nur unter optimalen Bedingungen. Ein Ingenieur benötigt beispielsweise im Schnitt 60 Minuten, um eine Seite Gebrauchsanweisung zu verfassen. Wenn er sehr gut drauf ist, geht es auch in 15 Minuten. Aber er sollte der Versuchung widerstehen, das Minimum als Norm anzusetzen!

3. Jeder Tag zählt

Zerlegen Sie größere Aufgaben in übersichtliche Einheiten von höchstens 1 Tag Länge. Vereinbaren Sie zum Beispiel mit Ihrem Kunden, dass er bestimmte Zwischenstadien vorab zu sehen bekommt. Damit bringen Sie sich selbst in Zugzwang und schlagen der Aufschieberitis ein Schnippchen.

4. Die unantastbare To-do-Liste

Erstellen Sie in den nächsten 2 Wochen für jeden Tag eine To-do-Liste mit klaren Prioritäten. Halten Sie sich – nur diese 2 Wochen lang – beim Erledigen strikt an die Reihenfolge. Aufschieber neigen dazu, bei solchen Listen die leichten Arbeiten zuerst zu erledigen.

5. Beißen Sie in den sauren Apfel

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Aufschieberitis

Erledigen Sie das „Hindernis des Tages“, die unangenehmste Tätigkeit zuerst. Vertilgen Sie den sauren Apfel, und er wird Ihnen nicht mehr den ganzen Tag verderben. Stürmen Sie drauf zu. Stellen Sie sich vor der Erledigung das gute Gefühl der Erleichterung vor, wenn Sie es geschafft haben. Wenn das Haupthindernis erst einmal weg ist, gelingen Ihnen die anderen Aufgaben wie von selbst!

6. Der Minuten-Trick

Schreiben Sie hinter die unangenehmsten und häufig aufgeschobenen Aufgaben die Zeitdauer, die Sie vermutlich dafür benötigen. Dabei werden Sie ab und zu schmunzeln: Mancher 10-mal verschobene „saure Apfel“ besteht nur aus einem Anruf (5 Minuten) oder einer E-Mail (3 Minuten). Da dauert das Verschieben länger als das Erledigen!

7. Offen darüber reden

Teilen Sie anderen Ihre Probleme mit. Aufschieber sind oft in einem Teufelskreis der Scham gefangen: Sie trauen sich nicht mehr zuzugeben, wie sehr sie hinter ihrem Zeitplan zurückliegen, und verbauen sich dadurch die Chance, daß ihnen jemand hilft.

8. Das Gegenteil testen

Probieren Sie es wenigstens ein einziges Mal aus: Erledigen Sie eine Aufgabe viele Tage früher, als Sie müssten. Vielleicht finden Sie Gefallen an dem neuen Gefühl, etwas weit vor dem Termin geschafft zu haben. Heben Sie die erledigte Arbeit auf, und geben Sie sie pünktlich zum vereinbarten Termin ab. Spüren Sie in sich die kraftvolle Ruhe, die von dieser Tat ausgeht!

9. Den GAU bedenken

Fragen Sie sich bei unangenehmen Aufgaben: „Was ist der Größte Anzunehmende Unfall (GAU), wenn ich es tue?“ Vielleicht ist es nur ein kurzer Vorwurf, den Sie sich anhören müssen. Selten ist dieser GAU die Sorgen wert, die Sie sich vorab darüber machen.

10. Nichts tun!

Ein verblüffender Trick: Legen Sie das verhasste Projekt mit allen erforderlichen Unterlagen vor sich hin und zwingen Sie sich, es 15 Minuten nur anzusehen. In der Regel werden Sie durch das Herumsitzen so frustriert, dass Sie die ungeliebte Arbeit anpacken, bevor die Viertelstunde um ist.

Autor: Werner Tiki Küstenmacher

Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.

Stressmanagement: Tschüss schlechte Laune

Autor: malerdeck am 20. Juni 2013

Sie wachen früh auf und fühlen sich prima. Aber schon am späteren Vormittag ist Ihre Laune in den Keller gerutscht, obwohl in der Zwischenzeit gar nichts Schlimmes passiert ist. Was ist los? Die Erfahrung der US-Künstlerin und Autorin Nancy Burson: Vermutlich hat jemand negative Energie bei Ihnen abgeladen und Sie müssen sich selbst um die Stressbewältigung kümmern.

Das Negative orten

Schlechte Laune?

Schlechte Laune?

Miese Laune verdirbt nicht nur einem Menschen die Stimmung, sondern auch vielen in seiner Umgebung und kann Stress auslösen. Um Ihre positiven Gefühle wiederzuerlangen und um erfolgreich Stressbewältigung zu betreiben, müssen Sie herausfinden, wo die negativen ihren Ursprung hatten.

Meist ist es ein konkretes und punktuelles Ereignis, das aber schon ein paar Stunden her sein kann: Haben Sie mit jemandem gesprochen, der deprimiert war? Hat jemand in Ihrer Umgebung Eile und Hektik verbreitet? Haben Sie mit jemandem telefoniert, der notorisch schlecht gelaunt ist?

simplify-Tipp: Packen Sie in Ihrer Vorstellung einen „Sorgenkoffer“, in den Sie alles Negative hineinlegen, was von anderen an Sie herangetragen wurde. Klappen Sie ihn zu. Sagen Sie sich „Das ist nicht meiner“ und schieben Sie ihn weg. Vorsicht: Machen Sie das nur bei richtigen „Miesmachern“ – und nicht, wenn Ihre konstruktive Hilfe gefragt ist.

Betrachten statt beurteilen

Nur nicht ärgern

Nur nicht ärgern

Auch Meinungsverschiedenheiten können negative Energie auf den Plan rufen. Sehen Sie einen Meinungsstreit zunächst ganz neutral als Nebeneinanderstellung verschiedener Perspektiven.

Unterstellen Sie Ihrem Gegenüber keine Motive („Das sagst du doch nur, weil …“) und verallgemeinern Sie nicht („Das war ja klar, dass du das jetzt sagst …“). Versuchen Sie nachzuvollziehen, was der oder die andere sagt. Deshalb brauchen Sie noch lange nicht darin übereinzustimmen. Sich einzugestehen, dass man manche Dinge bei sich belassen darf und soll, kann ein wichtiger Schritt für die Stressbewältigung sein.

simplify-Tipp: Wenn eine sachliche Diskussion nicht möglich scheint, werden Sie nicht wütend oder laut. Sagen Sie stattdessen „Das ist dein/Ihr Standpunkt“ und wenden Sie sich wieder anderen Dingen zu.

Nehmen Sie’s nicht persönlich

Ganz gleich, ob Sie im Wartezimmer einer Ärztin sitzen, im Supermarkt in der Schlange stehen oder in der Telefon-Warteschleife einer Behörde „verhungern“, ob Sie von einem Gauner um eine große Summe betrogen wurden oder Ihr Partner Sie entsetzlich schlecht behandelt hat: Machen Sie sich klar, dass Sie nicht der einzige Mensch sind, der von einem solchen Missstand betroffen ist.

simplify-Tipp: Unterstellen Sie den scheinbar Schuldigen keine üblen Motive und wenn das noch so offensichtlich wäre. Sobald Sie einen anderen verurteilen, verbauen Sie seine und Ihre eigene Zukunft. Nur wenn es Ihnen gelingt, zum guten Kern des anderen vorzudringen (und sei der auch noch so klein), gewinnen Sie Zugang zu Ihrem eigenen Leben. Das gilt auch und gerade für schlimme Situationen. Es gibt immer einen Ausweg. Immer!

Energie kanalisieren

Tschüss schlechte Laune

Tschüss schlechte Laune

Ärgern Sie sich bewusst, wenn Grund dazu ist – und nutzen Sie ihr Adrenalin positiv. So wie die Spieler der deutschen Nationalmannschaft 1990 im Spiel Deutschland gegen Holland. Als der holländische Spieler Frank Rijkard auf Rudi Völler spuckte, setzten die deutschen Spieler ihren Ärger direkt in Energie um: Sie spielten in der 2. Halbzeit dynamischer, zeigten mehr Einsatz – und gewannen. So sieht konstruktive Stressbewältigung aus.

Autor: Werner Tiki Küstenmacher

Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.

Stressmanagement-/Bewältigung im Krankenhaus: Bleiben Sie als Patient souverän! So behalten Sie alles im Griff

Autor: malerdeck am 5. Juni 2013
Soverän im Krankenhaus

Soverän im Krankenhaus

Wer geht schon gerne ins Krankenhaus? Unfälle, schwere Erkrankungen und die Notwendigkeit umfassender Untersuchungen zwingen jedes Jahr Millionen von Menschen in Deutschland dazu (pro Jahr rund 17 Millionen).

Auch wenn Sie gesund sind, sollten Sie sich daher mit diesem Thema befassen. Die Ärztin Dr. Johanna Anneser und der Krankenpfleger Fabian Heupel haben uns Tipps gegeben, wie Stressbewältigung im Krankheitsfall aussehen kann.

Wichtige Infos für den Arzt

Im Notfall haben Sie Ihre Krankengeschichte vermutlich nicht vollständig im Kopf.

simplify-Tipp: Erstellen Sie daher noch diese Woche (am PC) eine Liste, mit der Sie den Krankenhausärzten schnell alles Wichtige mitteilen können: die Daten schwerer Erkrankungen, längerfristig eingenommene Medikamente, Allergien und schwere Krankheiten bei Eltern und Geschwistern. Legen Sie die ausgedruckte Liste an einen Platz, den auch Ihr Partner kennt, etwa in Ihren Krankenkassen-Ordner. Dort sammeln Sie auch alle anderen fürs Krankenhaus relevanten Unterlagen, denn eine gute Vorbereitung ist für die Stressbewältigung das Beste.

Der Alltag geht weiter

Ein (längerer) Krankenhausaufenthalt steht an? Informieren Sie Arbeitgeber (bei Arbeitslosigkeit die Agentur für Arbeit), Familie, Hausarzt und Nachbarn.

simplify-Tipp: Bereiten Sie Ihre Abwesenheit mithilfe Ihrer Urlaubs-Checkliste vor – viele Vorbereitungsmaßnahmen sind identisch. Checken Sie außerdem Ihren Zeitplaner auf wichtige Erledigungen und abzusagende Termine hin, damit Versäumnisse Sie nicht nach dem Krankenhausaufenthalt einholen und die bisherige Stressbewältigung zunichte machen.

Thomas, mein Zimmernachbar im Krankenhaus

Als Patient im Krankenhaus

Alles dabei?

Für Ihren persönlichen Bedarf packen Sie ein: Kleidung, (Nacht-)Wäsche, Toilettenbeutel samt Inhalt, Handtücher, bequeme Schuhe und Hausschuhe, die Medikamente, die Sie gerade einnehmen, (falls benötigt) Gehhilfen und etwas zu Ihrer Unterhaltung. Denken Sie außerdem an Papier plus Stift für Notizen vor oder beim Arztgespräch und an Ihr persönliches Adressbuch (Telefonnummern der Krankenkasse und Ihrer Nachbarn).

Schmuck, größere Mengen von Bargeld und sonstige Wertsachen lassen Sie wegen Diebstahlgefahr zu Hause. Für manche Untersuchungen, etwa in der Endoskopie, müssen Sie übrigens sogar den Ehering ablegen!

simplify-Tipp: Ohropax trägt zu ungestörten Nächten bei.

Ärztlicherseits werden der Name des Hausarztes, gegebenenfalls ein Einweisungsschein vom einweisenden Arzt, Vorbefunde, Röntgenbilder, Arztberichte, Impfpass, Allergiepass, Blutverdünnungsausweis und Blutgruppenkarte sowie Medikamentenliste benötigt. Komplette Infos helfen den Ärzten, die richtige Behandlung zu finden, und ersparen Ihnen unnötige Doppeluntersuchungen. Haben Sie eine Patientenverfügung? Dann nehmen Sie auch die für den Notfall mit.

simplify-Tipp: Machen Sie sich eine Liste der Unterlagen, die Sie dem Krankenhaus aushändigen, und kontrollieren Sie hinterher, ob Sie alles wiederbekommen haben.

Gut informiert

Viele Patienten fühlen sich im Krankenhaus abhängig und ausgeliefert. Dagegen hilft: Lassen Sie sich von den Ärzte/Ärztinnen und Pflegern/Krankenschwestern umfassend informieren. Dazu ist unter anderem die tägliche Visite da. Notieren Sie sich tagsüber Ihre Fragen dafür. Fragen Sie, welcher Arzt primär für Sie zuständig ist. Vereinbaren Sie mit ihm einen extra Termin, wenn Sie eine ausführliche Unterredung unter 4 Augen wünschen. Denn Angst und Ungewissheit kann die Heilung enorm bremsen.

simplify-Tipp: Nie still leiden, immer fragen! Schwestern und Krankenpfleger wissen oft gut darüber Bescheid, wie Untersuchungen ablaufen und was als Nächstes mit Ihnen passieren wird. Lassen Sie sich informieren! Wichtig: Stören Sie die Schwestern möglichst nicht während der Übergabezeiten vom Früh- zum Spätdienst und umgekehrt.

Sich den Rücken stärken lassen

Steht ein schwieriges oder emotional belastendes Arztgespräch an, so bitten Sie um einen Gesprächstermin, an dem Ihr Partner/Ihre Partnerin oder eine andere vertraute Person dabei sein kann. Auch ein Klinikseelsorger kann Sie begleiten.

simplify-Tipp: Es ist gut, wenn der Arzt Ihrem Partner oder Freund auch in Ihrer Abwesenheit Auskünfte erteilen kann. Speziell wenn Sie nicht verheiratet sind, müssen Sie das dem Arzt ausdrücklich sagen oder durch eine schriftliche Vollmacht genehmigen.

Krankheit als gewonnene Zeit

Grübeln Sie nicht darüber, was Sie daheim versäumen. Nehmen Sie Ihren Krankenhausaufenthalt zum Anlass, über Ihr Leben nachzudenken: Was ist mir wichtig für meine Zukunft? Wie gestalte ich mein Leben um, wenn ich mit einer chronischen Krankheit oder gar Behinderung leben muss?

Tsüss Krankenhaus

Tsüss Krankenhaus

Aussicht aufs Heimkommen

Überschätzen Sie Ihre Kräfte nicht, sondern bitten Sie schon vor Ihrer Entlassung Verwandte und Freunde darum, Sie hinterher zu entlasten und Sie bei der Stressbewältigung zu unterstützen.

simplify-Tipp: Vereinbaren Sie konkret, an welchem Tag Sie welche Hilfe erhalten – neben Haushaltstätigkeiten etwa eine Begleitung beim Arztgang oder Kinderbetreuung. Fehlt Ihnen ein ausreichendes Helfernetz, kontaktieren Sie den Sozialdienst des Krankenhauses oder rufen Sie Ihre Krankenkasse an.

Autor: Werner Tiki Küstenmacher

Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.

Stressmanagement! Die 4 Simplifyer: So wappnen Sie sich gegen Rückenschmerzen, Erkältung, Herzinfarkt und Stress

Autor: malerdeck am 29. Mai 2013

Hier die 4 bewährten simplify-Tipps für Ihre Gesundheit:

Gegen Rückenprobleme: der Lichtkugel-Tanz

Von der schweren Teppichboden-Kollektion: Bandscheibenvorfall

Rückenprobleme

Die hier beschriebene Art zu tanzen entspannt Ihre Wirbelsäule und beugt Rückenschmerzen wirksam vor. Sie benötigen eine Stereoanlage oder – um niemanden zu stören – einen mp3-Player. Als Musik eignet sich bassbetonte, nicht zu langsame Tanzmusik. Besonders bewährt: die Soundtracks der Shows von Riverdance oder dem Cirque du Soleil – oder einfach Ihre Lieblingsmusik.

Sorgen Sie dafür, dass Sie alleine und ungestört sind. Natürlich können Sie auch zu mehreren tanzen, aber Zuschauer hemmen meist Ihre Entspannung.

  • Ziehen Sie die Schuhe aus und spüren Sie den Boden.
  • Bevor Sie die Musik einschalten, stellen Sie sich entspannt hin und atmen Sie ruhig. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, in Ihrem Unterleib befände sich eine wohlig warme, orangerot leuchtende Lichtkugel.
  • Wenn Sie diese Vorstellung plastisch vor Augen haben, lassen Sie die Musik anlaufen und spüren Sie, wie sich die Lichtkugel im Rhythmus des Schlagzeugs hin- und herbewegt. Sie brauchen gar keine bewussten Tanzschritte zu machen, sondern folgen einfach der in Ihnen pulsierenden Lichtkugel.

Gegen Erkältungen: Bodyscanning

Erkältung

Erkältung

Der Verhaltensmediziner Jon Kabat-Zinn hat eine Übung entwickelt, die den Körper erfrischt, den Geist wach macht und die körpereigenen Abwehrkräfte stärkt. Regelmäßig durchgeführt, senkt diese Übung Ihre Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten und stärkt damit Ihre Gesundheit. Dazu brauchen Sie ein ruhiges, gut belüftetes Zimmer mit einer weichen Fläche zum Hinlegen.

  • Legen Sie sich hin und schließen Sie die Augen.
  • Stellen Sie sich vor, Sie liegen an Ihrem Lieblingsort (in der Sonne am Strand, im Halbschatten am Waldrand, im Frühling in einem Park oder auch nachts bei Kerzenschein in der Mitte einer Kathedrale).
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem, ohne besonders intensiv zu atmen.
  • Stellen Sie sich vor, Sie atmen durch Ihre Zehen ein. Nehmen Sie dabei jede Zehe einzeln wahr. Beim Einatmen spüren Sie, wie frische Kraft in die Zehen strömt. Beim Ausatmen lassen Sie alle Müdigkeit durch die Zehen ausströmen. Dazu müssen Sie sich von „westlichen“ wissenschaftlichen Vorstellungen lösen: Natürlich kann Atemluft nicht durch die Zehen strömen. Aber diese Vorstellung aktiviert messbar das entsprechende Körperteil.
  • Verfahren Sie ebenso mit allen anderen Körperteilen, von unten nach oben: Unterschenkel, Knie, Oberschenkel, Lendenwirbelsäule, Bauch, Rücken, Finger, Handflächen, Unterarme, Ellenbogen, Oberarme, Schultern, Hals, Mund, Nase, Ohren, Augen, Stirn.
  • Stellen Sie sich zum Schluss vor, wie die Luft jetzt ungehindert durch Ihren gesamten Körper strömt und durch die Fußsohlen wieder austritt.

 Gegen Herzinfarkt: Cholesterin-Dämpfer

Herzinfarkt?

Herzinfarkt?

Alle sagen: Wenn Ihr Blut zu viel Cholesterin enthält, steigt die Gefahr, dass sich in der Blutbahn Verstopfungen bilden. Schlimmste Folge: Herzinfarkt. Mit dem Cholesterin ist es allerdings nicht ganz so einfach.

Es gibt 2 Sorten dieser fettähnlichen Substanz: LDL-Cholesterin ist für Ihre Gesundheit schädlich, HDL-Cholesterin dagegen braucht Ihr Körper. Die wichtigsten Maßnahmen gegen zu viel LDL:

  • Abspecken. Übergewicht ist die Hauptursache für die herzkillenden Störungen im Fett-Stoffwechsel.
  • Sport treiben. Schon Spazierengehen wirkt Wunder gegen überhöhte LDL-Werte.
  • Gesunde Fette. Verwenden Sie nicht Butter oder Bratenfett, sondern ungesättigte Fettsäuren – also Olivenöl oder Diätmargarine.
  • Ballaststoffe. 2 Äpfel und 50 Gramm Haferkleie (oder vergleichbare Ballaststoffe, etwa in speziellen Müslis) setzen das Gesamtcholesterin um 5% herab.
  • Nicht rauchen. Zigaretten senken das positive HDL-Cholesterin und erhöhen die schädliche LDL-Variante.
  • Alkohol in Maßen: ein Bier am Abend oder – noch besser – ein Glas Rotwein. Ist der im Eichenfass gereift, ist er sogar ein anerkanntes Vorbeugemittel gegen Herzinfarkt.
Unter Stress?

Unter Stress?

Gegen Stress: Thymusdrüse aktivieren

In der Mitte der Brust, auf der Höhe der Brustwarzen, liegt hinter dem Brustbein die Thymusdrüse, verantwortlich für den Ausstoß von Wohlfühlhormonen. Wenn die durch Ihren Körper strömen, löst sich der Stress, und Ihre Arbeitsenergie beginnt wieder zu fließen. Sie können die nachfolgende Übung vor oder während Ihrer Arbeit durchführen, um sich fit zu machen.

  • Klopfen Sie mit 2 Fingern mindestens 20-mal auf diese Stelle. Atmen Sie dabei entspannt, und lächeln Sie.
  • Stellen Sie sich vor, wie sich bei jedem Klopfen von der Thymusdrüse aus hellgrün leuchtende Lichtströme in Ihrem Körper ausbreiten.

Autor: Werner Tiki Küstenmacher

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Stressmanagement und Perfektionismus: So werden Sie entscheidungsfreudiger

Autor: malerdeck am 10. Dezember 2012

Wie soll ich anfangen?

Gerade Menschen mit einem hohen Anspruch an sich selbst tun sich durch diesen Perfektionismus oft schwer mit Entscheidungen – von der Auswahl des Weins zum Essen bis zur richtigen Immobilienfinanzierung. Wer zu lange zögert, belastet nicht nur sich selbst, sondern verpasst auch eine Menge Chancen. Hier einige bewährte Entscheidungshilfen:

Kleine Sachen schnell entscheiden – trotz Perfektionismus

Schätzen Sie Entscheidungssituationen ein: Um wie viel geht es eigentlich? Wie schlimm wäre eine falsche Wahl? Ist die Tragweite gering, investieren Sie möglichst wenig Zeit und Energie. Wenn Sie jeden Freitagabend ins Kino gehen, lohnt es sich nicht, den ganzen Donnerstag im Internet nach Kritiken zu fahnden. Denn falls Sie sich heute für Harry Potter entscheiden, können Sie nächste Woche immer noch den neuen Spielberg sehen.

simplify-Tipp: Wenn „Hauptsache, irgendeine Entscheidung“ gilt, lassen Sie den Zufall entscheiden. Werfen Sie eine Münze – und nehmen bei „Kopf“ möglicherweise doch „Zahl“. Mit dieser Technik überprüfen Sie vor allem Ihre innere Stimme und tricksen den Perfektionismus, der in solchen Momenten nur Unsicherheit ist, einfach aus.

Rechtzeitig entscheiden

Auch wenn kein ausdrücklicher Termin vorgegeben ist, lohnt sich zügige Entschlossenheit. Viele Stellenanzeigen beispielsweise enthalten keinen Hinweis darauf, bis wann die Bewerbung eingetroffen sein muss. Dennoch wird Ihre nach 4 Wochen abgeschickte Bewerbung wohl auf dem Stapel „verspätet“ landen (antworten Sie allerdings zu schnell, kann das auch negativ sein, weil Sie dann als „Standardbewerber“ gelten).

simplify-Tipp: Notieren Sie sich den Entscheidungstermin in Ihrem Zeitplaner, als wäre es eine Konferenz (mit sich selbst). Stellen Sie sich bei kleinen Alltagsentscheidungen den Küchenwecker: Innerhalb der nächsten 15 Minuten klären Sie, welchen Handwerker Sie wegen des undichten Dachfensters beauftragen. In der Zeit lassen sich alle notwendigen Informationen zusammentragen, Ihr Perfektionismus hat also genau so viel Zeit wie nötig.

Schnelle Entscheidungen treffen

Die richtige Einstellung

Zauderer fühlen sich dadurch belastet, dass sie etwas entscheiden müssen.

simplify-Tipp: Erinnern Sie sich an unangenehme Situationen, in denen Sie wirklich etwas mussten, weil Sie keine Wahl hatten. Seien Sie dankbar dafür, dass Sie nun die Auswahl haben und entscheiden dürfen.

Denken Sie zurück, wann Sie sich über die Entscheidung anderer geärgert haben – und genießen Sie es, nun selbst die klügere Alternative wählen zu können.

Entscheidungstechniken nutzen

Bereiten Sie größere Entscheidungen schriftlich vor. Erstellen Sie eine assoziative Grafik (ein Mind-Map nach Tony Buzan) oder eine klar strukturierte Liste (Vorteile, Nachteile, offene Fragen). So gehen Sie den Perfektionismus ganz rational an und vermeiden Unsicherheiten.

simplify-Tipp: Sehen Sie Ihre Entscheidungsfrage aus 3 verschiedenen Perspektiven, indem Sie sich auf 3 verschiedene Sitzgelegenheiten setzen: 1. Auf einem Bürostuhl am Schreibtisch sind Sie sachlich und realistisch. 2. Auf einem Sessel oder Sofa träumen Sie unbeschwert von grenzenlosen Möglichkeiten. 3. Stellen Sie sich hin oder setzen Sie sich auf die Schreibtischkante, um die Position des Kritikers einzunehmen. Wo war Ihnen am wohlsten? Bei komplexen Problemen kann das die Entscheidungsfindung erheblich erleichtern.

Führungsqualitäten zeigen

Häufiger Irrtum: Alle sind zufrieden, wenn Entscheidungen demokratisch gefällt werden (in der Familie, im Büro, im Verein). Tatsache ist: Endlose Diskussionen nerven alle Beteiligten. Gibt es am Ende klare Gewinner und Verlierer, leidet auch das Gemeinschaftsgefühl. Zeigen Sie ohne schlechtes Gewissen Führungsstärke. Damit sind Sie kein Diktator, sondern Diener der Sache. Vermeiden Sie Diskussionen in großen Gruppen. Beispiel: Wenn 5 Familien miteinander wandern, kann es leicht passieren, dass man 1/2 Stunde über den besten Zeitpunkt zur Rast debattiert.

simplify-Tipp: Stellen Sie in solchen Situationen keine offene Frage, sondern schlagen Sie mit Bestimmtheit vor: „Lasst uns noch 1/2 Stunde bis zu einer Picknick-Wiese gehen.“ Meist werden alle damit einverstanden sein – und zufrieden. Eine klare Entscheidung ist immer mehr wert als ungebremster Perfektionismus und daraus resultierende Unsicherheit.

Informativ zum Weiterlesen: Eva Christiane Wetterer, Die Kunst der richtigen Entscheidung. 40 Methoden, die funktionieren. Murmann Verlag Hamburg 2005. ISBN 3-938017-23-6. Gebraucht erhältlich.

Matthias Nöllke: Entscheidungen treffen: Schnell, sicher, richtig. Haufe-Lexware 2010. ISBN: 3648008463. 6,90 €.

Autor: Werner Tiki Küstenmacher

Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: simplify-Newsletter und simplify-Homepage.

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