Fassungslos: Im Restaurant „Wattkorn“ in 22417 Hamburg. Chronologie eines denkwürdigen Restaurantbesuchs

Erstellt am 6. November 2011 von

Vom 3. bis 5. November, weilten wir zu einer Erfahrungsaustausch-Tagung mit befreundeten Unternehmern in Hamburg.

Auf eine besondere Empfehlung, reservierten wir für Freitag, 4. November, 20:00 Uhr, einen Tisch im Restaurant „Wattkorn“, Tangstedter Landstr. 230 in Hamburg. Am Stadtrand gelegen, dauert die Taxifahrt, von der Innenstadt aus, ca. 30 Minuten.

Das „Wattkorn“ ist die aktuelle Wirkungsstätte von Michael Wollenberg, Top-Gastronom, einst mit dem „Prix de Poisson Bocuse“ in Gold zum besten Fischkoch der Welt gekürt und einer der jüngsten Sterneköche Deutschlands.

Hier nun die fassungslose Chronologie dieses wirklich denkwürdigen Restaurantbesuchs im „Wattkorn“.

  • 20:00 Uhr: Eintreffen mit Taxi am Restaurant „Wattkorn“,  mit neun Personen.
  • 20:05 Uhr: Im opulent weihnachtlich (??) geschmückten Windfang gewartet. Während dieser Wartezeit, drängten ständig neue Gäste nach. Es herrschte drangvolle Enge.
  • 20:10 Uhr: Ankündigung, dass unser Tisch noch nicht frei wäre. Die Gäste seien gerade mit dem Hauptgang fertig und der Tisch würde bald frei. Außerdem hätte das Restaurant die Reservierung auf 21:00 Uhr notiert (!?).
  • 20:14 Uhr: Für die avisiert kurze Wartezeit, wurden wir in einen im Garten befindlichen Holzpavillon komplimentiert. Bei ca. 8° C. Außentemperaturen, dünnen Holzwändchen und einem kleinen elektrischen Heizgerät, harrten wir der weiteren Dinge.
  • 20:17 Uhr: Zunächst vertrieben wir uns die Zeit mit dem Studium der Speisenkarte.In dieser Zeit wurde nach unseren Getränkewünschen gefragt.
  • 20: 22 Uhr: Trotz vier Versuchen, jeweils wechselndes Servicepersonal, gelang es nicht, die Getränke in der bestellten Art zu erhalten. Jedes Mal personelles Schulterzucken und: „Ich gebe es an die Kollegin/den Kollegen weiter.“ So verging Minute um Minute.
  • 20:30 Uhr: Es wurde uns Tiroler Schinken und selbst gebackenes Brot serviert. Hoffnung wurde durch die Ankündigung geweckt, dass der Tisch jetzt bald frei sei. Unsere Ungeduld stieg dennoch an und wir diskutierten eine Verabschiedung von dieser ungastlichen Stätte.
  • 20:38 Uhr: Einer meiner Kollegen ging durch den Garten ins Restaurant, um etwas „Druck“ zu machen und sich gleichzeitig nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.
  • 20:45 Uhr: Der Kollege kam mit der frohen Botschaft zurück, dass unser Einzug ins Nobel-Restaurant unmittelbar bevor stünde. Darauf verzichteten wir, uns Taxen  für die Rückfahrt in die Innenstadt nach Hamburg zu rufen.
  • 20:50 Uhr: Offensichtlich zur Besänftigung, wurden uns ungefragt Suppen (mit Fleisch) serviert. Wegen drei Vegetariern unter uns, mussten deren Suppen getauscht werden.
  • 20:55 Uhr: Ein freundlich wirkender Kellner erschien. Er entschuldigte sich wortreich für die Wartezeit, kündigte an, sich dafür revanchieren zu wollen und versprach baldiges Übersiedeln, von der rustikalen Gartenlaube, ins edle Restaurant. Bis um 21:15 Uhr hätten wir garantiert unser Essen. Die geäußerten Zweifel zerstreute er, indem er uns hoch und heilig versprach, dass das gesamte Personal und die Küchenbrigade sich geschlossen dafür voll ins Zeug legen würden. Zudem bekräftigte er noch einmal, sich für unsere lange Wartezeit revanchieren zu wollen.
  • 21:00 Uhr – 21:30 Uhr: Unsere Ungeduld schlug spätestens jetzt in Ärger um. Die Taxifahrt zurück, in die Innenstadt Hamburgs, dauert ca. 30 Minuten. Dazu käme die neue Restaurantsuche. Deshalb entschlossen wir uns, dieses einmalige Erlebnis bis zum bitteren Ende geduldig über uns ergehen zu lassen.
  • 21:40 Uhr: Endlich: Unser triumphaler Einzug ins weihnachtlich geschmückte (04.11.!!) Restaurant.
  • 21:45 Uhr: Geschäftsmäßige Aufnahme der Speisen und Getränke.
So streng, wurde ich während meines Aufenthalts von oben beobachtet
  •  21:50 Uhr: Kredenzen der georderten Weiß- und Rotweine. Vom hektischen Servicepersonal, ohne einen freundlichen Gruß, wie z.B. „zum Wohl“ eingeschenkt.
  • 22:00 Uhr: Servieren der Vorspeisen, ohne den selbst in jeder billigen Eckkneipe zu hörenden freundlichen Wunsch: „Guten Appetit!“ Versprochen war uns das Essen ja ursprünglich, hoch und heilig, bis spätestens um 21:15 Uhr! Die Uhren im „Wattkorn“ gehen offensichtlich etwas anders.
  • 22:30 Uhr: Der Hauptgang wird aufgetragen. Dabei wird lautstark nach dem jeweiligen Empfänger der bestellten Speisen gerufen. „Wer bekommt das Rumpsteak?“ Wie schon gewohnt, auch hier, ohne den freundlichen Wunsch zum Essen: „Guten Appetit!!
  • 23:20 Uhr: Bezahlen der Gesamtrechnung. Nicht berechnet wurde ein Flasche Rotwein für € 32,–. Das scheint das vollmundig angekündigte „Entgegenkommen“ der Restaurants gewesen zu sein. Gesagt hat uns dazu jedenfalls niemand mehr etwas.
  • 23:30 Uhr: Rückfahrt mit dem Taxi nach Hamburg. Im Gepäck jede Menge Gesprächsstoff über einen denkwürdigen Restaurantbesuch im „Wattkorn“.

Fazit: Die Qualität und der Geschmack der Speisen war, zumindest für mich, ok. Mehr aber auch nicht. Vielleicht waren auch meine, auf diese übergroße Geduldsprobe gestellten, Geschmacksnerven, überhaupt nicht mehr in der Lage, richtig zu genießen.

Das Personal war hektisch und mäßig freundlich. Wohl gefühlt habe ich mich im „Wattkorn“ nicht.

Der Besuch im Restaurant „Wattkorn“, wird mir noch lange in Erinnerung bleiben

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Kommentare

  1. Carsten sagt:

    Dank dieses Artikels kann ja nun das Restaurant daraus lernen, wenn sie ihn denn lesen. Ich finde kritische Artikel gar nicht mal so schlecht und eine Antwort vom Restaurant hier, wäre schon fast Pflicht. Ich habe aber auch heraus gelesen, dass das Essen ja eigentlich OK war. Ein Anfang, den man noch verfeiern kann…

    Gruß Carsten

  2. Daniel sagt:

    Im Zeitalter von Social Media werden solche Artikel dazu beitragen die Spreu vom Weizen zu trennen. Einige Sterneköche sitzen wohl ein bisschen zu selbstgefällig auf ihren Lorbeeren….

  3. Leon sagt:

    Es zeugt nicht von gutem Stil, wenn der Wirt einen „guten Appetit‘ wünscht. Auch wenn es in einfachen Gaststätten trotzdem (falsch) gemacht wird.

  4. Dr.Gronnionger sagt:

    Haben am heutigen Tage 12.9.2012 ähnliches erlebt. Waren zu zweit um 19.10 Uhr ohne Sitzplatzanmeldung im Wattkorn erschienen. Kein Problem. Mit uns bekamen 3 weitere Paare auch ohne Probleme einen Platz. Unsere Bestellung wurde nach ca. 10 Minuten aufgenommen. 1 Flasche Wein, 1 Wasser, Sushi und das Pfifferlingsmenü. Die Getränke kamen nach weiteren ca. 15 Minuten. Nach einer guten halben Stunde haben wir uns vom Tresen 3 Gebäckstangen geben lassen. Um 20.00 Uhr kam die Bedienung und sagte, es wäre in der Küche etwas schief gelaufen. Kann ja jedem mal passieren. Dachte ich. Dann kam immerhin die Suppe. NIchts weiter. Um 20.45 Uhr haben wir 50 € auf den Tisch gelegt und sind kommentarlos gegangen. Wir lassen uns nichts schenken!!! Ein entsetzter Blick folgte. Wir wurden aber nicht gefragt, warum wir gegangen sind. Ich glaube, die wußten warum!!! Vor 5 Jahren hatten wir im Wattkorn eine ähnliche furchrbare Begebenheit. Es wurde uns brunftiger Hirsch als Schnitzel serviert. Der Geruch war unbegreiflich. Es war ein Überraschungsmenü. In der Tat. Gruß an Malerdeck

  5. Marc Schmidtchen sagt:

    Eine hahnebüchene Geschichte !!! Ich war nun schon zig mal im Wattkorn essen, mit Freunden, mit der Famile oder geschäftlich und habe stets nur das Beste zu berichten.
    Vielleicht liegt es ja auch an einem selbst, wenn solches Ungemach geschieht !!!????

    • malerdeck sagt:

      @Marc Schmidtchen

      Vielen Dank, aber das finde ich doch mehr als eine sehr gewagte These. Es liegt, lt. Ihrem Kommentar, vielleicht am Gast/an den Gästen selbst, wenn sie derartiges erleben? Motto: Selbst schuld?

      Lesen Sie einmal z.B. in Qype die Kommentare zum Wattkorn nach. Da werden Sie viele ähnliche Geschichten von Gästen lesen, die auch alle selbst schuld am Erlebten waren.

      Mit farbenfrohen und 🙂 freundlichen Grüßen,
      Ihr Opti-Maler-Partner Werner Deck

  6. Heinrich P. sagt:

    Der Umgangsstil mit Kunden in Michael Wollenbergs „Wattkorn“ ist lausig. Herr Wollenberg mag ein guter Koch sein, er und sein Geschäftsführer (?) lassen die minimalste Pflege des (immerhin gut zahlenden) Kunden vermissen: Bei meiner Geburtstagsfeier mit über 50 Personen im September 2012 könnte sich die Equipe bestenfalls mit einem Missverständnis heraus reden – beim „Missverständnis“ ging es immerhin um über EUR 260,00. Trotz viermaliger schriftlicher Bemühungen in freundlichster Form, das leidige Thema auf amicable Weise zu behandeln gab es weder von Herrn Wollenberg noch von seinem Maitre de Plaisir sprich Geschäftsführer auch nur das leiseste Zeichen der Versöhnlichkeit. Diese arrogante Erfahrung werden wir und unsere Freunde jedenfalls nicht wiederholen! Dennoch: Ein großes Lob der Küche zu diesem Anlass im September 2012!

  7. Bernd Fischer sagt:

    Kann ich nur Unterschreiben.
    Nie wieder Wattkorn oder ein anderer Laden von Wollenberg.

  8. Andreas Geisler sagt:

    Gestern im Wattkorn. Essen so wie man es erwartet. Wartezeit auch ok. Die Überraschung kam allerdings mit der Rechnung. Pro Essen wurde 3 € mehr berechnet als auf der im Internetauftritt des Restaurants hinterlegten Speisekarte. Auch der aktuelle Aushang am Eingang des Wattkorn bestätigte den günstigen Preis.
    Meine nette Anfrage an den Kellner wurde in einem sehr zickigen Tonfall mit den Worten “ Man können an Feiertagen diese Preise nicht realisieren“, abgeschmettert. Ich nenne so etwas Betrug und obendrein sehr unseriös. Es geht mir nicht um die 3 € pro Essen, sondern um korrekte Behandlung als Gast.
    Das Trinkgeld musste leider entfallen.
    Fazit: Man verarscht mich nur einmal.
    Nicht zu empfehlen.

  9. Ralf Beckers sagt:

    Tja, wir waren am 7.11.16 geschäftlich zu Zweit dort essen. Ich die Menüempfehlung, mein Kollege ein Einzelgericht.
    Vorab: Die Qualität der Speisen ist gut, jedoch nicht „überirdisch“. Der gereichte Wein (Primitivo Apulien) paßte prima zur Gans. „Pappsatt“ war ich trotz vier Gängen auch nicht. Und wirklich günstig finde ich das dann nicht.
    Aber: die seltsamen Erscheinungen, die andere hier berichtet haben, kann ich leider auch bestätigen:
    zuerst wird man in der engen „Diele“ von hilflos wirkendem Personal „abgestellt“. Diese war immerhin mollig geheizt.
    Die Bedienung am Tisch war durchaus OK, wenngleich das Personal zwischendurch wechselt. Das hab ich nicht so gern, aber vielleicht ist das organisatorisch manchmal nicht zu vermeiden.
    Der Stil und Umgangston war keineswegs schlecht, aber auch nicht grad Sterne würdig.
    Ob wir da noch mal hin gehen würden?
    Eher nicht. Denn wir waren auch Übernachtungs- und Frühstücksgäste. Davon will ich lieber nichts erzählen.

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