Radtour: Vier Tage mit zwei Satteltaschen. Tag zwei, Montag

Erstellt am 3. Oktober 2011 von

Noch ein kurzes Wort zum Germersheimer Hof, in dem wir von gestern auf heute übernachtet haben. Drei Sterne Hotel, gut ausgestattet, sehr reichhaltiges Frühstücksbuffet.

Germersheimer Hof in Germersheim

War alles voll ok. Bezahlt haben wir, für Übernachtung mit Frühstück im Einzelzimmer, € 65,00. Das ist sehr angemessen, wie ich finde. Über das Restaurant kann ich nichts sagen, weil wir dort nicht gegessen haben.

Heute morgen, sind wir um ca. 9 Uhr in Germersheim gestartet.

Start um 9 Uhr in Germersheim

Kühl war es noch und leicht diesig. Wie die ganze Zeit, wollten wir spontan entscheiden, wohin es gehen soll. Große Richtung war zunächst: Speyer. Dazu wollten wir am Rhein/Altrheihn entlang fahren.

Abenteuer: Wir sind ohne spezielle Radwanderkarte unterwegs. Einfach frei Schnauze. Im Hotel gab es eine Übersichtskarte der Radwanderwege, allerdings nur ein sehr grobes Raster, keine Details. Immerhin, gab uns das etwas Orientierung.
Über einige Umwege, fanden wir den Weg zum Rhein. Schließlich landeten wir auf einem Damm, der direkt zum Rhein führte. Und plötzlich sagen wir sie, weil wir direkt darauf zu fuhren: Die Kühltürme vom AKW Philippsburg.

Bedrohlich: Die Kühltürme des AKW Philippsburg

Die Kühltürme machten auf uns schon einen bedrohlichen Eindruck. Weder Peter, noch ich, wollten dort in Sichtweite wohnen. So fuhren wir einige Zeit am Rhein entlang.

Rast am Altrhein

Hier fuhren wir an einen Altrheinarm. Es war ausgesprochen idyllisch, so dass wir dort eine kurze Pause machten.

Nach ein paar Kilometern, ging es nach links ab. Bei anderen Radwanderern erkundigten wir uns: Direkt am Rhein, gelangt man nicht nach Speyer.

Immer weiter, durch Feld, Au und Wälder

Die Kennzeichznung durch die typischen Radwegschilder, war oftmals nicht gut oder gar nicht vorhanden. Oder, wir sind in unserer Euphorie über die grandiose Stille und die wunderbare Gegend, einfach daran vorbei gefahren. 😉

Hilfloser Blick in die Karte und weiter durch die Rheinauen

Darum war als ein Blick in unsere Karte dringend notwendig. Geholfen hat es nicht viel, weil die notwendigen Detailangaben fehlten. Der Blick in die Karte war mehr ein hilfloses Alibi.

Und dann war es endlich soweit, wir erreichten Speyer.

950 jahr-Feier Weihejubiläum Speyrer Dom

Ursprünglich wollten wir den Dom besuchen. Durch das 950-jährige Weihejubiläum, war dort sehr viel los und in der Kirche war gerade der Feiergottesdienst zu Gange.

Der ganze Rummel war uns aber doch zuviel. So begnügten wir uns mit einem Latte Macciato und einem Wasser, in der Nähe des Domplatzes. Dabei  beschlossen wir, jetzt in Richtung Neustadt an der Weinstrasse weiter zu fahren.

Das Hambacher Schloss und die Mitte der Weinstrasse

Die ganze Zeit fuhren wir im Flachland. Je näher wir den Weinbergen kamen, desto hügeliger wurden die Radwege und Straßen. Dieser Wirtschaftsweg durch einen Weinberg, führt direkt auf das Hambacher Schloss zu. Seit im Mai 1832 zum ersten Mal die schwarz-rot-goldene Fahne auf dem Kastanienberg bei Neustadt wehte, gilt das Hambacher Schloss als Wiege der deutschen Demokratie.

Wenig später kamen wir an einem großen Stein vorbei, der genau die Mitte der deutschen Weinstraße dokumentiert. Einige Kilometer weiter, trafen wir in Maikammer ein. Da war es ca. 17 Uhr und so beschlossen wir, in Maikammer zu übernachten. Also, auf zur Hotelsuche.

Dabei passierte etwas Eigenartiges. Kurz vor der Ortsmitte las ich ein Hotelschild, „Waldhaus Wilhelm“. Dort wollte ich hin! Peter wollte mehr in eine etwas andere Richtung suchen. Schließlich einigten wir uns darauf, zuerst nach dem Hotel „Waldhaus Wilhelm“ schauen.

Stutzig hätte uns die Bezeichnung „Waldhaus“ machen sollen. Deutet der Name doch auf einen Standort im Wald hin. Und der lag da ziemlich oben! Wir machten uns also auf den Weg. Dann das eigenartige. Peter heißt mit Nachnamen Ziegler. An einer Kreuzung, standen wir plötzlich vor dem „Weingut Ziegler“.

Doch damit nicht genug. Zwischenzeitlich ging die Straße streng nach oben. Und was sahen meine ungläubigen Augen? Keinen Kilometer vom Weingut Ziegler entfernt, tauchte plötzlich das „Weingut Deck“ auf. Verrückt oder?

In Maikammer: Das „Weingut Ziegler“ und das „Weingut Deck“

Demnächst werde ich einmal mit dem Auto nach Maikammer fahren um in den beiden Weingütern die „familieneigenen“ Weine zu verkosten. Natürlich werde ich dabei auch ein paar Ziegler- und Deck-Wein mitnehmen. Wer kann schließlich von sich behaupten, ein eigenes Weingut zu haben? 😉

Der Anstieg wurde immer steiler und wir schoben gelegentlich unsere Drahtesel nach oben.
Zum Hotel „Waldhaus Wilhelm“ in Maikammer

Zwischendurch kam eine Tafel, die uns verzweifelten Radschiebern sagte: Es geht noch weitere 1500 Meter bergauf. Peter lamentierte ständig, dass er ja lieber nach den „flachen“ Hotels geschaut hätte.

Aber nein, ich hätte ja meinen Kopf durchsetzen müssen und dieser steile und lange Anstieg sei jetzt meine Strafe dafür. Irgendwann hatten wir es glücklich und erschöpft geschafft. Nach einer Tagesleistung von ca. 70 Km, erreichten wir endlich das „Waldhaus Wilhelm“.

Toll am Wald gelegen, eine schöne Aussicht und eine ganz ausgezeichnete Küche, entschädigten uns für die Strapazen des Anstiegs. Ein gepflegtes und schnuckliges 3-Sterne-Haus. Die Übernachtung im Einzelzimmer kostet, inkl. reichhaltigem Frühstücksbuffet, lächerliche € 44,–. Das Hotel „Waldhaus Wilhelm“ in Maikammer ist wirklich sehr zu empfehlen.

Nach unserer „Bergankunft“, verlangte es uns erst einmal nach einem kühlen Bier.

Endlich ein kühles Bier

Und beim schmackhaften Abendessen, wollten wir unser morgiges Ziel besprechen.

Hier geht es zu Tag drei, dem Dienstag.

Schlagwörter: , ,
Kategorie:

Schreibe einen Kommentar


Kommentare

  1. Swen-William sagt:

    Gefällt mir sehr gut mein Freund Werner! Geniesse jede Sekunde;-)