Bin sehr verzweifelt: Deutsche Bahn schreibt Reservierung bei Fahrradmitnahme zwingend vor. Buchung ist aber unmöglich!

Erstellt am 17. August 2014 von

Die wichtigste Frage gleich am Anfang:
Liebe Deutsche Bahn, wie kann ich eine Fahrradmitnahme buchen? In Ihrem Buchungssystem geht das, entgegen Ihrer Versprechungen, nicht! Deshalb bin ich sehr verzweifelt! 🙁

Anfang September, möchte ich mit meinem besten Freund eine Radtour unternehmen. In Donaueschingen startend, möchten wir dem Donau-Radweg ein paar Tage folgen. Von Karlsruhe wollen wir mit dem Zug und unseren Fahrrädern, am 3. September nach Donaueschingen aufbrechen.

Glaubt man den Versprechungen der Deutschen Bahn, ist eine Fahhradmitnahme in fast allen Zügen problemlos möglich.

Radwandern mit der DB

Fahrradmitnahme problemlos möglich

Vorher muss man reservieren deutsche bahn

Bei Fahrradmitnahme ist eine Stellplatz-Reservierung zwingend erforderlich

Frohen Mutes machte ich mich an Buchung und Reservierung. Der Start soll ca. ab 11 Uhr sein. Klar, dass ich nur Züge mit Fahrradmitnahmegelegenheit angezeigt haben will. Dafür setze ich natürlich das entsprechende Häkchen in Suchfurmular.

Abfahrt soll morgens sein

Ab ca. 11 Uhr wollen wir starten

es kann los gehen

Wunderbar, um kurz nach 11 Uhr können wir starten. Ab zur Buchung

Aber welche Überraschung. „Leider ist für diese Fahrtmöglichkeit eine Buchung der Fahrradkarte im Internet nicht möglich“, verkündet das System. Keine Angabe dazu , wo und wie das möglich sei. 🙁

deutsche bahn funktioniert nicht

„Leider ist für diese Fahrtmöglichkeit eine Buchung der Fahrradkarte im Internet nicht möglich.“ Wo ist es dann bitte möglich?

Also probierte ich die nächsten Züge durch, die mir mit dem Mekmal „Fahrradmitnahme“ angezeigt wurden. Sie ahnen es vielleicht schon, jeweils mit dem selben frustrierenden Ergebnis.

ausprobieren

Klappt es beim Zug um 12:06 Uhr?

keine mitnahmemöglichkeit

Aber auch hier: „Leider ist für diese Fahrtmöglichkeit eine Buchung der Fahrradkarte im Internet nicht möglich.“

ob es hier klappt

Und eim Zug um 13:09 Uhr?

immer die gleiche meldung

Erneut die frustrierende Meldung: “Leider ist für diese Fahrtmöglichkeit eine Buchung der Fahrradkarte im Internet nicht möglich.”

Fast schon entnervt, versuchte ich noch den nächsten Zug, obwohl uns 14:52 Uhr viel zu spät ist. Um die Uhrzeit wollen wir schon lange in Donaueschingen sein.

ob es dieses mal klappt

Schon entnervt, aber noch ein letzter Versuch

Und welche Überraschung, es schien, als sei hier eine Buchung möglich. Jedenfalls kam jetzt keine negative meldung, sondern das Buchungsformular öffnete sich.

Deutsche Bahn Fahrradmitnahme

Endlich: Das Buchungsformular. Bei „Fahrradkarten“ Häkchen gesetzt und weiter

Die frustrierende Katastrofe nahm ihren weiteren Lauf.

unmögliche deutsche bahn

Ihre gewünschte Fahrradmitnahme ist leider nicht möglich

Und jetzt? Ich gab endgültig entnervt auf! 🙁

Liebe #Deutsche Bahn #DB, was soll ich jetzt bitte machen? Wie und wo kann ich eine Fahrradmitnahme buchen?

Ergänzung am 21. August:

Die Bahn unterscheidet zwischen Nahverkehr und Fernverkehr. Als Kunde kann man das aber nicht erkennen, was Fern- und Nahverkehr ist. Im Internet gibt es bei der DB dazu zahllose Informationen, durch die man sich durchwühlen müsste.

Vorgestern in Bahnhofsnähe entschloss ich mich, mit einem Menschen darüber zu sprechen. Also rein in den Bahnhof und zur dortigen Reiseauskunft. Eine sehr freundliche Dame gab mir präzise Auskunft.

Dabei kam zuerst die Frage: „Verreisen Sie mit Fern- oder Nahverkehr?“ Meine Antwort: „Ich möchte nach Donaueschingen, das sind ca. 180 km. Ob das Nah- oder Fernverkehr ist, weiß ich nicht.“  Danach machte die nette Dame ein paar Eingaben an ihrem Rechner und erklärte mir, dass es beim Regionalexpress (RE) spezielle Fahrradabteile gibt. Da gibt es nichts zu reservieren. Einfach zum Zug und einsteigen.

Und der Zug nach Donaueschingen ist Nahverkehr und die Fahrradmitnahme ist in diesem Fall kostenfrei. So einfach ist das. Dankend und um die richtigen Informationen schlauer, verabschiedete ich mich von der freundlichen DB-Dame.

Diese Information könnte man seitens der DB aussagekräftiger und damit kundenfreundlicher gestalten.

die auskunft ist mangelhaft

Bessere Information der DB

Wenn z.B. gleich die Meldung käme, dass in dem angefragten Zug zwar Fahrradabteile vorhanden sind, dies aber nicht speziell gebucht werden muss. Zum Beispiel so:

Fahrräder können problemlos mitgenommen werden

Nahverkehrszüge sind bereits mit Mehrzweckabteilen für Rad und Radler ausgerüstet

Ende gut, alles gut. Die Zugfahrt nach Donaueschingen ist gebucht.  🙂

Ach ja, über Twitter und Facebook kontaktierte ich die DB. Korrekte Auskünfte erhielt ich von dort nicht. Aber, oh Wunder, über Google+. Dort wurde mir das ausführlich erklärt, vielen Dank.  Die Information der DB bei Google+ endet:

„Ich weiß, dass dieses Konstrukt etwas verwirrend erscheinen kann. Das liegt aber an der Struktur des öffentlichen Nahverkehrs in Deutschland, da hier oftmals die Verkehrsverbünde die Regelungen für ihren Bereich vorgeben.“


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Kommentare

  1. Stefan Baur (Hobbybähnler) sagt:

    Das Stichwort ist: Fernverkehr. Nur IC/EC, ICE/TGV usw. sind Fernverkehr. Auch wenn man in ferne Gefilde fährt, sofern man nur Nahverkehrszüge fährt, ist das aus Bahnsicht Nahverkehr.

    Und im Nahverkehr gibt es diverse lokal abweichende Regelungen zur Fahrradmitnahme. Infos für Ihr Bundesland hier: http://www.bahn.de/p/view/service/fahrrad/mitnahme/bahn_und_bike_bawue.shtml

    Warum es beim IC auch nicht geklappt hat, kann ich nur mutmaßen: Eventuell waren schon alle Fahrradstellplätze reserviert.

    Das Twitter-Team von @DB_Bahn kann da vielleicht noch etwas zur Aufklärung beitragen.

    • malerdeck sagt:

      Vielen Dank, zwischenzeitlich bin ich schlauer. Habe das Ergebnis meiner weiteren Recherchen im Beitrag ergänzt. 🙂

      • Stefan Baur (Hobbybähnler) sagt:

        Zwei Ergänzungen dazu noch:

        1) Mir kommt es seltsam vor, dass die Fahrradbeförderung kostenlos sein soll.
        Es mag Verkehrsverbünde geben, in denen die Fahrradbeförderung durchweg kostenlos ist.
        Bei DING und naldo – das sind die, in denen ich 4 Jahre lang Sonn- und Feiertags Tickets verkauft habe, und wo ich mich daher auskenne – gilt das aber im DING nur für die Regionalbahnen (RB), für alles „schnellere“ wie RE und IRE braucht man eine Fahrradkarte; bei naldo sind nur bestimmte Züge zur kostenlosen Fahrradbeförderung freigegeben, in den anderen braucht man ein Fahrradticket.

        Da Ihre Fahrt durch mehrere Verbünde geht, wäre das schon ein großer Zufall, wenn die alle unabhängig von der Zuggattung eine kostenlose Fahrradbeförderung im Nahverkehr anbieten.

        Die mündliche Auskunft des Schalterpersonals nutzt Ihnen da im Zweifelsfall nichts, wenn Sie vor dem Kontrolleur stehen, der anderer Meinung ist. Der sieht Sie dann als Reisenden ohne gültiges Ticket und kassiert erst mal. Und hinterher dürfen Sie sich dann mit der Fahrpreisnacherhebungsstelle auseinandersetzen.

        Erfahrungsgemäß kennt sich das Schalterpersonal nicht mit den Regelungen aus (ich habe während meiner „Dienstzeit“ schon diverse Fahrgäste gehabt, die mir in der Regionalbahn freudestrahlend das Fahrradticket entgegengehalten haben, das ihnen vom Schalterpersonal unnützerweise verkauf wurde – zusammen mit einer ebenfalls im Reisezentrum ausgestellten Reiseauskunft, die nur Regionalbahnen im DING-Gebiet aufwies) oder hat nur die für seinen eigenen Verkehrsverbund im Kopf.

        Zur Stress- und Ärgervermeidung würde ich mir an Ihrer Stelle daher schriftlich (=auf DB-Briefpapier oder mit Verkaufsstellen-Stempel) geben lassen, dass Sie für die herausgesuchten Verbindungen keine Fahrradtickets benötigen. Vielleicht können Sie sich das ja auch faxen lassen, so dass Sie nicht noch mal an den Schalter müssen. Die Hotline dazu gibt es hier: 0180 6 99 66 33 (Nummer aus meinem Link im ersten Kommentar; Gebühren siehe Link) – aber auch dort würde ich auf Papier (Brief/Fax) bestehen.
        Kopie machen, daheim ablegen, Original dann im Zug mitführen.
        Wenn dann ein Kontrolleur der Meinung ist, sie müssten für die Fahrräder zahlen, winkt er Sie nach Vorlage des Schreibens entweder aus Kulanz durch, oder sie packen seine Fahrpreisnacherhebung und dieses Schreiben in Ihre Antwort an die Fahrpreisnacherhebungsstelle und die Sache ist mit einem Briefwechsel erledigt.

        2) @DB_Bahn hat auf Twitter auch noch geantwortet:
        https://twitter.com/farbenstau/status/502198203886751745

  2. Stefan Baur (Hobbybähnler) sagt:

    Oh, und noch eine dritte Ergänzung:

    Eine Faustregel* für die Unterscheidung Fern- oder Nahverkehr:
    Hat der Zug ein „C“ im Namen (ICE, IC, EC), oder ist es etwas ausländisches (TGV, ÖBB-railjet, Thalys, …) ist es ein Fernverkehrszug, der Rest ist Nahverkehr.
    Wird mindestens ein Teilstück einer Reise in einem Fernverkehrszug zurückgelegt, und man will ein Ticket für die gesamte Reise, braucht man ein Fernverkehrsticket.

    *Einschränkung: Die Namensgebung von Nicht-DB-Zügen (es fahren ja mittlerweile diverse andere Anbieter auf DB-Gleisen, wie z.B. agilis) kann hiervon abweichen.