{"id":1442,"date":"2011-08-08T08:53:20","date_gmt":"2011-08-08T06:53:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.malerdeck.de\/blog\/?p=1442"},"modified":"2012-07-30T17:23:12","modified_gmt":"2012-07-30T15:23:12","slug":"zeitmanagement-so-durchschauen-sie-ihre-unsinnigen-erwartungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.malerdeck.de\/blog\/zeitmanagement-so-durchschauen-sie-ihre-unsinnigen-erwartungen","title":{"rendered":"Zeitmanagement: So durchschauen Sie Ihre unsinnigen Erwartungen"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; color: #faba00; font-size: medium;\">Zeitmanagement: So durchschauen Sie Ihre unsinnigen Erwartungen<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Operative Hektik \u2013 so nennen Wissenschaftler das Bem\u00fchen, m\u00f6glichst viel in m\u00f6glichst kurzer Zeit zu schaffen. Immer wieder wechseln Sie Ihre T\u00e4tigkeit, weil Unterbrechungen das verlangen oder weil anderes wichtiger erscheint. Das Resultat: Sie schieben einen Berg von Unerledigtem vor sich her. Am Abend sind Sie unzufrieden, weil Sie vermutlich zu wenig und die falschen Dinge erledigt haben. Sie vernachl\u00e4ssigen Ihre k\u00f6rperlichen und sozialen Bed\u00fcrfnisse, Sie leisten \u00dcberstunden ohne Ende und beuten sich letztlich selbst aus.<\/p>\n<h4><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/blog.malerdeck.de\/__oneclick_uploads\/2011\/08\/blog-zeitmanagement-02082011.jpg\" alt=\"blog-zeitmanagement-02082011.jpg\" width=\"280\" height=\"305\" \/><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Schlechtes Gewissen<\/h4>\n<p>Darunter leiden besonders berufst\u00e4tige M\u00fctter: Was immer sie auch tun &#8211; entweder vernachl\u00e4ssigen sie die beruflichen Pflichten oder ihre Kinder. Sowohl dem Chef als auch der eigenen Familie versprechen sie mehr, als sie halten k\u00f6nnen. Moderne M\u00e4nner, die sich in ihre Frau und ihre Familie hineinversetzen k\u00f6nnen (&#8222;Frauenversteher&#8220;), geht es l\u00e4ngst genauso.<\/p>\n<h4>Heroische gute Vors\u00e4tze<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;werden immer wieder gefasst. In Zukunft will man alles anders gestalten und die richtigen Ratschl\u00e4ge endlich befolgen. Gesundheitsproleme oder berufliche Pannen zwingen einen zus\u00e4tzlich zur Umorientierung. Doch schon bald kehren die alten Gewohnheiten zur\u00fcck. Es bleibt bei kurzen Anl\u00e4ufen, regelm\u00e4\u00dfig Sport zu treiben und etwas mit den Kindern zu unternehmen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Der tiefere Grund<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schweizer Arbeitspsychologin Regula Schr\u00e4der-Naef hat in ihrer Arbeit herausgefunden: Bewusst oder unbewusst streben die meisten Menschen nicht nach einem \u00dcberfluss, sondern nach einem Mangel an Zeit Pointierter ausgedr\u00fcck in Sachen Zeit wollen sie im tiefsten Grunde ihrer Seele nicht reich sein, sondern arm. Aus Untersuchungen mit Arbeitslosen wei\u00df man, dass Menschen mit &#8222;viel Zeit&#8220; alles run, um bald wieder an Zeitmangel zu leiden. Eine T\u00e4tigkeit, f\u00fcr die sie fr\u00fcher 10 Minuten ben\u00f6tigen, dauert nun einen ganzen Vormittag.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Wer keine Zeit hat, f\u00fchlt sich gut<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das gilt keineswegs nur f\u00fcr Arbeitslose, sondern ist das Grundprinzip unserer Gesellschaft. Zeitvergeudung gilt als ein schweres Vergehen, weil sich die Existenzberechtigung eines Menschen aus seiner N\u00fctzlichkeit f\u00fcr die Gesellschaft ableitet. Diese N\u00fctzlichkeit ist objektiv schwer messbar. Subjektiv aber l\u00e4sst sie sich sehr genau empfinden. Wer keine Zeit hat, hat seine Pflicht f\u00fcr die anderen erf\u00fcllt. Die meisten Menschen dehnen daher ihre Arbeit so lange aus, bis sie de verf\u00fcgbaren Zeitrahmen vollst\u00e4ndig ausf\u00fcllt. Nat\u00fcrlch ware es kl\u00fcger, die anfallende Arbeit z\u00fcgig zu erledigen und danach die Freizeit zu genie\u00dfen. Das aber br\u00e4chte den Betroffenen ein schlechtes Gewissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zu viel Arbeit? Nein, zu wenig!\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Lebenszeit berechnet, verbringt ein normaler Deutscher 15% seines Lebens mit Arbeit. Vor nicht einmal 130 Jahren lag dier Wert noch bei \u00fcber 30%. Keine Zeit zu haben, produziert die Frage: Zeit wof\u00fcr? Die \u00fcblichen Antworten: Zeit f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr die Kinder, zum Tr\u00e4umen, zum Spielen, zum Nachdenken. Diese Zeit aber, so die meist unausgesprochene Normvorstellung, darf man sich nur g\u00f6nnen,wenn sie \u00fcbrig bleibt &#8211; Zeitreste sozusagen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Mehr planen<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\"><strong><\/strong><br \/>\nDaraus ziehen die meisten \u00dcberlasteten einen falschen Schluss: Das wirkliche, wahre Leben, so meinen sie, l\u00e4sst sich nicht planen. Ja, daher darf man es auch gar nicht erst planen. Falsch. simplify-Rat: Planen Sie Qualit\u00e4tszeiten (f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr die Kinder, zum Tr\u00e4umen, zum Nachdenken) so klar wie Ihre Arbeitszeiten. Wenn Sie Bedenken haben, in Ihren Terminplaner zu schreiben: \u201e2 Stunden im Park liegen\u201c oder \u201eSchmusen mit Lisa\u201c \u2013 dann werfen Sie diese Bedenken \u00fcber Bord!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mehr analysieren<\/strong><br \/>\nProtokollieren Sie einen Tag vollst\u00e4ndig, auf die Minute genau: Was tun Sie wann und bis wann? Es gibt keine bessere Methode, um die eigenen paradoxen W\u00fcnsche und Erwartungen in Sachen Zeit zu entlarven. <span style=\"text-decoration: underline;\">simplify-Rat:<\/span> Nach der Analyse planen Sie einen akribischen Mustertag auf die Minute genau durch. Nicht nur die \u00fcblichen Termine, sondern jede Aktivit\u00e4t (Fahrzeiten, Telefonieren, Arbeiten), mit gen\u00fcgend Pausen und Pufferzeiten f\u00fcr Unvorhergesehenes. Das werden Sie nicht f\u00fcr jeden Tag Ihres zuk\u00fcnftigen Lebens schaffen, und das w\u00e4re wohl auch furchtbar. Aber es ist eine unsch\u00e4tzbar wertvolle \u00dcbung, um das Bewusstsein wiederzugewinnen: Zeit ist kein Schicksal, sondern eine Ressource des Lebens, die Sie so klug und sorgf\u00e4ltig einsetzen k\u00f6nnen wie Ihr Geld oder Ihre k\u00f6rperliche Gesundheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Regula Schr\u00e4der-Naef, Keine Zeit? Beltz Verlag 1993. ISBN 3-4078-5107-3. Wie so viele gute Zeitb\u00fccher leider vergriffen, aber bei amazon.de noch antiquarisch zu haben.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Autor: Werner Tiki K\u00fcstenmacher <\/em><\/p>\n<p>Mit freundlicher Genehmigung des Orgenda Verlag. Quelle: <a href=\"http:\/\/www.orgenda.de\/newsletter\/anmeldung\/?aff=ORG_KOP_Deck\"><em>simplify-Newsletter<\/em><\/a><em> und <\/em><a href=\"http:\/\/www.simplify.de\/\"><em><em>simplify-Homepage<\/em><\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitmanagement: So durchschauen Sie Ihre unsinnigen Erwartungen Operative Hektik \u2013 so nennen Wissenschaftler das Bem\u00fchen, m\u00f6glichst viel in m\u00f6glichst kurzer Zeit zu schaffen. Immer wieder wechseln Sie Ihre T\u00e4tigkeit, weil Unterbrechungen das verlangen oder weil anderes wichtiger erscheint. Das Resultat: Sie schieben einen Berg von Unerledigtem vor sich her. 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