Datenklau ist kein Kavaliersdelikt

Alles nur geklaut?

Unsere Internetseiten erfreuen sich größter Beliebtheit. Aber nicht nur bei Kunden und Interessenten, sondern auch bei unseren Wettbewerbern. Manche Wettbewerber (“Kollegen”) schreiben unsere Texte hemmungslos ab und verwenden diese zum eigenen geschäftlichen Gebrauch, auch auf ihren Internetseiten.

So haben wir in den letzten Jahren Dutzende von Wettbewerbern ausgemacht, die von unseren Seiten hemmungslos Texte und Bilder kopiert haben. Das ist verboten, verletzt eindeutig den Urheberschutz und wird deshalb von uns, notfalls mit Rechtsanwalt und Gericht, konsequent verfolgt.

Aus gegebenem Anlass weisen wir deshalb auf die rechtlichen Konsequenzen für die “Kopierer” hin. Dazu ist der Artikel aus der Fachzeitschrift “Mappe”, 03/2005, bestens geeignet.

Mappe, Ausgabe 3/2005, Seite 14 und 15

Alles nur geklaut?

Wer bei der Erstellung seiner Hompepage im Internet zu arglos mit dem Urheberrecht umgeht und sich mit fremden Federn schmückt, riskiert im schlimmsten Fall eine Klage auf Schadensersatz.

Tipps rund um das Urheberrecht im Internet

  • Das Internet ist kein rechtsfreier Raum!
     
  • Auch wenn es mehr Aufwand erfordert: Inspirieren lassen ist besser als kopieren.
     
  • Zitieren aus fremden Werken ist möglich, wenn deren Urheber und Quelle genannt werden.
     
  • Urheberrechtlich geschützt sind neben dem Webdesign und Programmierungen auch Texte, Bilder, Grafiken, Audio- und Videodateien sowie Datenbanken und Adressenverzeichnisse.
     
  • Wer das Urheberrecht verletzt, kann vom Verletzten auf Beseitigung der Beeinträchtigung, auf Unterlassung und sogar auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden.
     
  • Mit Hilfe einer Suchmaschine wie Google lässt sich nachprüfen, ob Texte unerlaubt verwendet werden. Dazu gibt man einen Ausschnitt des eigenen Textes als Suchbegriff ein. Anhand der Treffer kann dann geprüft werden, ob es Übereinstimmungen gibt.
     
  • Abmahndienste suchen akribisch im Internet nach Daten, die ohne Genehmigung des Urhebers verwendet wurden. Es muss nicht einmal Links auf das Material geben; wenn es sichtbar und erreichbar auf einem Server liegt, gilt es als veröffentlicht.

Das ist alles nur geklaut

»Das ist alles gar nicht meins, das ist alles nur geklaut«, sangen die Prinzen vor mehr als einem Jahrzehnt. Mittlerweile dürfte der Song - Ironie des Schicksals - selbst schon zigfach in Form von Raubkopien über das Internet verbreitet worden sein. Doch damit ist er mit Millionen anderen Musiktiteln und Computerprogrammen in prominenter Gesellschaft, und es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Musik-, Film- oder Softwarekonzern mit großen Schlagzeilen in der Presse auf neue Kopierschutzmechanismen und drakonische Strafandrohungen gegen Raubkopierer aufmerksam macht. Obwohl es bereits rechtskräftige Urteile gibt, sind die Erfolgsaussichten solcher als Abschreckung gedachten Maßnahmen allerdings zweifelhaft. In erster Linie liegt das am mangelnden Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung: Solange Raubkopien und Plagiate als Kavaliersdelikt gelten, wird munter weiterkopiert werden, obwohl laut Gesetz bis zu fünf Jahre Haft drohen können.

Markenplagiate
Ohne dass die breite Öffentlichkeit davon Notiz nimmt, findet schon seit langem ein Kampf gegen illegale Produktpiraterie und Plagiate statt. Die mit lautstarkem Säbelrasseln geführte Kampagne der internationalen Konzerne gegen Raubkopierer und Musiktauschbörsen im Internet ist zwar spektakulär, aber beileibe kein Einzelfall, denn mittlerweile sind nicht nur große Konzerne, sondern zunehmend auch mittelständische Unternehmen und sogar Handwerksbetriebe Opfer der Plagiatoren. Geändert hat sich vor allem auch die Art der Fälschungen. Waren ursprünglich vorwiegend teure Luxusartikel betroffen, sind es inzwischen Produkte wie Trennsägen, Aluminiumprofile oder Thermoskannen, die täuschend ähnlich nachgeahmt werden. Die Täter sind dabei sogar so dreist, dass sie ihre Produkte öffentlich auf europäischen Verbrauchermessen präsentieren.

Milliardenschäden durch Trittbrettfahrer
Die Missachtung von Urheberrechten ist längst zu einer ernsten Bedrohung für ganze Industriezweige geworden. Schätzungen zufolge kostet Produktpiraterie die Wirtschaft 200 bis 300 Milliarden Euro jährlich. Der deutsche Zoll gibt an, dass 95% der Fälschungen und Plagiate von außerhalb der EU stammen; die Ursprungsländer liegen meistens in Fernost. Die Verbreitung illegaler Raubkopien von Musik, Software, Filmen oder elektronischen Büchern ist dabei nur die Spitze des Eisbergs - betroffen sind alle Wirtschaftsbereiche, in denen der Schutz geistigen Eigentums und die Vergabe von Nutzungsrechten eine Rolle spielt. Mittlerweile schlagen die geschädigten Unternehmen zurück. Ein Beispiel dafür ist der 1997 gegründete »Aktionskreis Deutsche Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V.«, dessen Aktivitäten in der Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Durchführung von Ermittlungen sowie Sammlung und Weitergabe von Informationen an staatliche Stellen besteht. Beteiligt sind große Unternehmen aus den Bereichen Automobilbau, Software, Maschinenbau sowie der Elektro- und Elektronikbranche. Detaillierte Informationen sind auf
www.markenpiraterie-apm.de nachzulesen.

Plagiate von Webseiten
Immer öfter werden Fälle bekannt, bei denen Unternehmen gegen Mitbewerber vorgehen, die unerlaubt Gestaltungen oder Inhalte wie Texte oder Fotos kopieren und auf den eigenen Internetseiten ohne jegliche Quellenangabe verwenden - denn bereits das zählt als Verletzung des Urheberrechts. Spätestens wenn ein Unternehmen eigene Daten auf fremden Seiten entdeckt, wird es sich eingehend mit den rechtlichen Möglichkeiten, vor allem aber auch den Konsequenzen auseinander setzen. So geschehen beispielsweise bei einem größeren Malerbetrieb im Raum Hannover: Nachdem dessen neue Website im Januar 2004 ins Netz gestellt worden war, dauerte es nicht lange, bis der Betriebsinhaber informiert wurde, dass Fotos und Artikel auf Seiten anderer Malerbetriebe zu finden seien. Der Betreiber der Originalseite reagierte verärgert, war von ihm doch viel Mühe und auch Geld in den umfangreichen Internetauftritt investiert worden. Eine daraufhin durchgeführte Recherche brachte acht konkrete Fälle von Urheberrechtsverletzung an den Tag, bei denen sogar der Slogan wörtlich von einzelnen Firmen übernommen worden war. Die ertappten Betriebe, unter denen sich sogar zwei Internetagenturen befanden, reagierten nervös and nahmen die entsprechenden Plagiate aus dem Netz. Der geschädigte Betrieb konnte jedoch zuvor noch die Spuren in Form von Bildschirmausdrucken sichern und bereitet Schadensersatzklagen vor.

Aufklären als Gegenmaßnahme
Einen Kopierschutz wie auf einer Musik-CD oder einer Film-DVD gibt es für Webseiten nicht; sofern es keine passwortgeschützten Bereiche gibt, sind neben dem Design einer Website alle Informationen in Form von Bildmaterial und Texten frei zugänglich, denn gerade davon lebt das Internet. Da die Daten in digitaler Form zur Verfügung stehen, ist das Kopieren aber auch dermaßen einfach, dass immer mehr Firmen aus verschiedenen Gründen dieser Versuchung erliegen - um die Entwicklungskosten für ein eigenes Layout oder eigene Inhalte zu sparen, aus Bequemlichkeit oder schlichtweg aus Unwissenheit darüber, dass jedes Werk grundsätzlich urheberrechtlich geschützt ist. Abhilfe kann hier ein Passus schaffen, der ausdrücklich auf den Schutz der Inhalte hinweist; das gesetzlich vorgeschriebene Impressum bietet sich hierfür als geeigneter Platz an.

Verwendung fremder Links
Was für das Design einer Website und ihre Inhalte gilt, trifft auch auf die so genannten Links, also Verweise zu anderen Internetauftritten, zu. Weil das Zusammentragen nützlicher Links nicht selten mit viel Zeit und Aufwand verbunden ist, stufen Gerichte inzwischen auch Link-Sammlungen zwar nicht als kreative Leistung, aber immerhin als Datenbank ein, die nach dem Urhebergesetz vor einer ungefragten Übernahme geschützt ist. Das gilt auch für das unerlaubte Auslesen von E-Mail-Adresssammlungen im Internet. Nach einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf ist es beispielsweise einem Mitbewerber verboten, die im Netz vorhandenen Kundenadressen aus einer Datenbank zu kopieren, um diese zum Versand von Werbung zu verschicken. Wer also glaubt, dass er eine aufwändige Adressrecherche durch wenige Mausklicks umgehen kann, muss sich mit den Worten der anfangs zitierten Prinzen fragen lassen: »Wer hat dir das erlaubt?«

Quelle und © by Richard Watzke

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